Die am 14. August 2025 veröffentlichte Marktanalyse von BREKO gibt einen Überblick über den deutschen Glasfasermarkt, indem die Bedeutung der Netzbetreiber und deren Auswirkungen auf die Zahl der Glasfaseranschlüsse analysiert sowie ein Bundesländervergleich vorgenommen wird.
Der BREKO führte zwischen Mai und Juli 2025 eine Umfrage durch, an der 202 Netzbetreiber teilnahmen. Die veröffentlichte Marktanalyse des BREKO beherbergt Ergebnisse zu den Investitionen und Umsätzen der Netzbetreiber, der Glasfaserausbauquote sowie der Glasfaseranschlussquote.
Marktanalyse des BREKO
Zur Ermittlung der Glasfaserausbauquote setzt der Verband die Zahl der Homes Passed ins Verhältnis zur Zahl der Haushalte und Gewerbetreibende. Verglichen mit dem Vorjahr, hat sich die Glasfaserausbauquote um 9,6% auf 52,8% erhöht. Bemerkenswert ist, dass sich die Zahl der aktivierten Anschlüsse seit 2022 verdoppelt hat, weshalb bis Ende des Jahres das Erreichen der 60%-Marke zu erwarten ist. Darüber hinaus gibt der TK-Verband Prognosen bis zum Jahr 2030 ab, indem die 100% Netzabdeckung durch Glasfaser unerreicht bleibt. Wahrscheinlich ist, dass bis dahin die Glasfaserausbauquote zwischen 82 und 92% beträgt.
Ziele der Bundesregierung
Die Ziele der Bundesregierung für 2025, nämlich jeden zweiten Haushalt mit Glasfaser zu versorgen, sind bereits erreicht. Die neue Bundesregierung verfolgt ebenfalls das Ziel, eine 100%ige Netzabdeckung durch Glasfaser zu verwirklichen. Allerdings wurde hierfür seitens der Regierung keine Frist gesetzt. Breko-Fachmann Jens Böcker erläutert, weshalb sich in der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts der Glasfaserausbau eventuell schwieriger gestaltet: „Die letzten Meter sind die schwierigsten und teuersten.“ Dabei kommt es laut Jens Böcker auch auf die Förderung an: „Da ist punktuell eine Förderung sinnvoll, um den flächendeckenden Ausbau sicherzustellen.“
Obwohl um die 50% der Haushalte über Zugang zu Glasfaseranschlüssen verfügen, liegt die Take-Up-Rate mit 27% deutlich darunter. Gegenüber dem Vorjahr ist sie gerade einmal um 1% gestiegen. Aus diesem Grund appelliert der Branchenverband an die Bundesregierung, mehr Anreize für Investitionen und Planungssicherheit für die Netzbetreiber zu schaffen.
Laut Digitalminister Karsten Wildberger (CDU), trägt das Bundesdigitalministerium genug zum Ausbau bei. „Die aktuellen Zahlen belegen, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, erwähnte er. Mit vereinfachten Genehmigungsverfahren sowie weiteren Entlastungen zugunsten der TK-Branche wolle man das Ausbautempo weiter erhöhen.
Glasfaserausbau dank regionalen Partnern
Die Marktanalyse verdeutlicht, dass regionale Netzbetreiber einen großen Beitrag zum Glasfaserausbau leisten. So stammt das Kapital für einen flächendeckenden Ausbau zu 75% von Privatinvestoren, während Stadtwerke zu 70% daran beteiligt sind. Beispielsweise hat die DNS:NET in ihrem Versorgungsgebiet größere Flächen mit Glasfaser versorgt. Dadurch konnte in den betreffenden Bundesländern die Glasfaserausbauquote erhöht werden: Berlin (42,7%), Brandenburg (62,7%), Sachsen-Anhalt (70,1%).
Schleswig-Holstein ist Spitzenreiter
Am besten schneidet das nördlichste Bundesland mit einer Glasfaserausbauquote von 92,7% ab, wobei die Anschlussquote 52,2% beträgt. Im Vergleich zu Sachsen-Anhalt liegt die Anschlussquote deutlich darüber, wo sie lediglich 28,5% ausmacht.
Niedersachsen führend bei den Flächenländern
Rein theoretisch haben in Niedersachsen 67% der Haushalte Zugang zu Glasfaser, wobei dort die Anschlussquote mit 31% deutlich niedriger ausfällt. Dennoch verzeichnete das Bundesland eine ordentliche Steigerungsrate im Vergleich zum Vorjahr, was auch dem Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne (SPD) aufgefallen ist. Der Ausbau in Niedersachsen sei durch eine „kooperative Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Verwaltung, zügige Genehmigungsverfahren sowie eine gezielte Förderung für schwer erschließbare Gebiete“ gekennzeichnet.
Mecklenburg-Vorpommern (MV) im Mittelfeld
Obwohl sich die nördlichen Bundesländer Hamburg, Bremen sowie Brandenburg vor MV befinden, belegt es dennoch einen der mittleren Plätze. Insgesamt befindet sich der Nordosten mit einer Glasfaserausbauquote von 52,8% im Mittelfeld. Allerdings fällt die Zahl der gebuchten Anschlüsse (27,4%) geringer aus.
Der Oppositionspolitiker Peters begründet das mittelmäßige Abschneiden von MV damit, dass große Summen für die Planung, Projektausschreibungen sowie sonstige Vorarbeiten ausgegeben werden, wobei neue Anschlüsse nicht sofort errichtet würden. Planungs- und Genehmigungsverfahren dauerten oftmals jahrelang an. „Gleichzeitig fehlen im Land anscheinend die nötigen Tiefbaukapazitäten, um Projekte auch zügig umzusetzen.“
Hilfreiches zum Beitrag:
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