Glasfaser Geschwindigkeit:
Wie schnell ist ein Glasfaseranschluss wirklich?


Inhaltsverzeichnis

Internet über Glasfaser bietet aktuell mit Abstand die beste Leistung unter allen möglichen Zugangsarten. Moderne Glasfaseranschlüsse ermöglichen heute Geschwindigkeiten von 50 MBit/s bis hin zu 1000 MBit/s. In ersten Regionen sind sogar noch deutlich höhere Werte machbar! Auch die Uploadrate (Sendegeschwindigkeit) ist im Vergleich zu anderen Zugängen wie DSL oder Kabel um ein Vielfaches besser! Verbraucher profitieren aber nicht nur von einem deutlichen Leistungsplus, sondern auch von mehr Stabilität, Zukunftssicherheit und kürzeren Reaktionszeiten (geringere Latenz).

In diesem Ratgeber erfahren Sie alles rund um die Leistungsfähigkeit moderner Fiberzugänge. Denn welche Geschwindigkeit für Sie konkret sinnvoll ist, hängt vom Haushalt und Nutzerprofil ab!


Alles Wichtige in 1 Minute

Glasfaser (FTTH) ist momentan eindeutig die leistungsstärkste Anschlussart für Privathaushalte und Unternehmen. Übliche Geschwindigkeiten sind vor allem Tarife mit 150, 300, 500 und 1000 MBit/s. In Ausnahmen gibt es auch langsamere und regional sogar noch schnellere Zugänge. Letztere kosten aber schnell mehrere hundert Euro monatlich, während man 150 MBit teilweise schon zum DSL-16-Preis bekommt. Für die meisten Haushalte reichen 150 bis 300 MBit bereits völlig aus. Ein Ultra-HD-Videostream von Netflix belegt auf der Leitung z. B. um die 25 MBit/s. Anspruchsvolle Nutzer greifen dagegen, auch wegen des guten Preis-Leistungs-Verhältnisses, zu Gigabit-Tarifen.


Gegenüber DSL und Kabel punktet FTTH vor allem auch durch höhere Upload-Geschwindigkeiten, pfeilschnellen Reaktionszeiten (1 bis 10 Millisekunden) und stabileren Verbindungen. Glasfaser liefert in der Praxis zudem weit stabilere Internetverbindungen im Vergleich zu älteren Vorgängertechniken. Viele kennen den Effekt: Im Tagesverlauf gibt es teilweise große Schwankungen hinsichtlich der erreichbaren Performance und der Zuverlässigkeit. Glasfaser ist deutlich konsistenter und robuster!


1. Welche Geschwindigkeiten sind heute üblich?

Über Lichtwellenleiter (Glasfaserkabel) ist eine nahezu ungestörte Kommunikation über große Distanzen möglich. Daher können mit der Technik aktuell rund 1000 bis 2500 MBit/s erreicht werden, in ganz wenigen Regionen sogar unglaubliche 5000 MBit/s. Bei Datenraten über 1000 MBit/s gibt man verkürzt oft die Einheit „GBit/s“ an. 1 GBit/s entspricht 1000 MBit/s. Zum Vergleich: Veraltete DSL schafft bestenfalls 16 MBit/s.

Nicht jeder muss aber gleich einen derart schnellen Tarif wählen. In der Regel genügen bereits Einsteiger-Tarife um die 150-300 MBit/s. Diese sind dann sogar oft günstiger als DSL! Im Folgenden haben wir typische Richtwerte für die Praxis zusammengestellt:

so schnell ist Internet über Glasfaser


Gängige Glasfaser-Tarife starten heute bei 100-150 MBit/s und reichen bis in den Gigabit-Bereich. Welche Variante für Sie sinnvoll ist, hängt vor allem davon ab, wie viele Personen im Haushalt den Anschluss nutzen wollen. Auch das Nutzungsverhalten, die Upload-Anforderungen und Leistungsreserven spielen eine entscheidende Rolle:

Datenrate          typischer Einsatz geeignet für Upload-Vorteil Hinweis
100 MBit/s Surfen, Streaming, Homeoffice 1–2 Personen spürbar besser als DSL oft als Einstiegstarif
300 MBit/s mehrere Streams, Videocalls 2–4 Personen deutlich besser gute, günstige Mittelklasse
500 MBit/s Familienhaushalt, viele Geräte Familien / Power-User sehr stark obere Mittelklasse
1000 MBit/s große Datenmengen, Creator,
Cloud, Heimarbeit
sehr anspruchsvolle
Nutzer
sehr stark klassischer High-End Tarif

Vergleich der aktuellen Glasfaser-Tarife für schnelleres Internet zuhause.


1.1 Beispiel: Wie „schnell“ ist 1 GBit/s (1000 MBit)?

Wie kann man das berechnen? Ganz einfach: 1 GBit entspricht (rund) 1000 MBit/s. Das bedeutet, es können 125 Megabyte je Sekunde übertragen werden, wenn man MBit/s in MByte/s umrechnet mittels der Teilung durch 8. Und da 20 Gigabyte = rund 20.000 MB folgt -> 20.000 MB / 125 MB/s = 160 Sekunden = 2,667 Minuten.
Am besten kann man sich die immense Leistung eines schnellen Glasfaseranschlusses anhand einiger Beispiele verdeutlichen. Für den Download eines Programms oder Spiels mit 20 Gigabyte (oft sind auch heute 50-100 GB keine Seltenheit), benötigt ein Gigabit-Glasfaserzugang nur 2,7 Minuten. Ein DSL-Kunde würde mindestens 2,7 Stunden warten.

Die folgende Grafik vergleicht zudem die Ladezeit einer 5 Gigabyte großen Datei (etwa der Datenmenge einer DVD) mit der eines heute weit verbreiteten 50 MBit-Anschlusses (VDSL).




Download-Simulator
So viel Zeit sparen 100, 300, 500 und 1000 MBit/s!

🔊 Zoom-Call (HD)
benötigt: ca. 3 MBit/s
📺 TV- oder Videostreaming in 4K
benötigt: ca. 25 MBit/s (pro Stream)
🎮 Online-Gaming
benötigt: 50–100 MBit/s
💾 Cloud Backup (50 GB)
benötigt hohe Uploadrate



2. Warum Glasfaser beim Upload stärker ist

Bei Glasfaser ist nicht nur der Download besonders stark. Auch beim Senden (Upload) bieten die meisten Tarife deutlich mehr Performance im Vergleich zu klassischen Breitbandtechniken. Der Vorteil ist je nach Tarif und Vergleichstechnologie um ein Vielfaches höher. Gegenüber dem besten DSL-Zugang sind sogar Vorteile bis zum Faktor 1000 möglich. Bei DSL beträgt die Obergrenze magere 2,5 MBit/s. Über FTTH sind dagegen 100-1000 MBit/s Uploadrate üblich - in Ausnahmen können sogar 2500 MBit/s erzielt werden.

Wer häufig Dateien hochlädt oder verschickt, sollte daher auch die nutzbare Uploadrate mit in die Entscheidung für einen konkreten Tarif bzw. Anbieter einbeziehen. Als Beispiel seien genannt: Daten in die Cloud laden, Videos zu Youtube & Co. hochladen oder live streamen. Aber auch im Homeoffice müssen oft größere Uploads getätigt werden.

Besonders die Deutsche Telekom, Deutsche Glasfaser und O2 stechen hier mit Tarifen hervor, die exzellente Uploadraten bieten. Der Wert für die Telekom bezieht sich auf den 2-GBit-Anschluss, der aber vorerst in wenigen Regionen verfügbar ist. Sonst markieren 500 MBit im Gigabit-Tarif die Grenze.

Typische Uploadrate Genügt in der Praxis für ... Beispiel-Anbieter
50–75 MBit/s Homeoffice, Videocalls, Cloud-Speicher,
regelmäßige Foto-Uploads
1und1, O2, Vodafone, Telekom,
NetCologne, M-Net
150 MBit/s größere Datei-Uploads, häufige Backups,
Upload mehrerer Geräte parallel
Deutsche Glasfaser
500 MBit/s sehr große Datenmengen, Video-Uploads,
Creator-Workflows, intensivere Cloud-Nutzung
Deutsche Glasfaser, 1und1,
O2, Vodafone, NetCologne, M-Net
1000 MBit/s sehr hohe Upload-Anforderungen, professionelle
Workflows, große Backups in kurzer Zeit
Telekom
2500 MBit/s Spezialfälle mit sehr hohem Datenaufkommen,
kleine Büros, besonders anspruchsvolle Nutzer
M-Net


3. Glasfaser vs. DSL vs. Kabel vs. 5G: der Geschwindigkeitsvergleich

Obwohl FTTH schon für ca. 27.3  Prozent aller Haushalte zur Verfügung steht, wechseln bislang nur wenige von DSL zu Glasfaser. Dabei überwiegen die Vorteile ja nicht nur im Hinblick auf die Leistung deutlich, wie wir bereits gezeigt haben.

DSL auf Basis von Kupferleitungen des Festnetzes ist schon längst veraltet und bietet maximal 16 MBit/s im Download und 2,5 MBit/s Upload. Die meisten Kunden greifen aktuell noch auf das verbesserte „VDSL“ zurück, das 50 bis 250 MBit/s bereitstellen kann. Allerdings wird die alte DSL-Technik immer weiter zurückgebaut. Auch gibt es bereits Pläne für eine Migration hin zu Glasfaser für Bestandskunden.

Des Weiteren bieten die Kabel-Netzbetreiber ein leistungsstarkes Breitbandnetz, das aktuell Tarife bis 1000 MBit/s verspricht. Allerdings nur mit deutlich geringerer Uploadrate von 10 bis maximal 75 MBit/s. Vodafone, der größte Kabelanbieter Deutschlands, versorgt über 25Mio. Haushalte mit schnellen Kabel-Anschlüssen. Das bedeutet: Nicht nur über FTTH sind Gigabit-Tarife buchbar, sondern auch über Kabel (Tarife siehe hier). Denn die Anbieter setzen auf einen Mix aus Koaxial- und Glasfaser!

Zu guter Letzt seien noch LTE und 5G erwähnt. Die Mobilfunkstandards werden nämlich seit einigen Jahren auch dazu verwendet, schnelles Internet (bis 1 GBit/s) in Regionen zu bringen, in denen der Festnetzausbau noch gar nicht oder schleppend vorangeht. Allerdings sind Zugänge über Funk in der Regel beim Datenvolumen limitiert. In der folgenden Grafik stellen wir noch einmal die Leistungsfähigkeit der Zugänge gegenüber.






4. Warum Glasfaser konstanter bzw. stabiler ist

Ein weiterer nicht zu unterschätzender Vorteil bei FTTH liegt in der Verbindungsstabilität. Aber auch die weitgehende Unabhängigkeit von der Leitungslänge vom Verteiler zum Kunden spielt eine erhebliche Rolle. Zugänge, die noch auf alten Kupfer-Festnetzleitungen wie VDSL basieren, haben mehrere Nachteile. Mit zunehmender Distanz (bereits ab wenigen 100 Metern) sinkt nicht nur die Datenrate erheblich, sondern es steigt auch die Störanfälligkeit. Schuld sind physikalische Effekte in metallischen Leitern, wie z. B. das „Übersprechen“ von nebeneinander liegenden Leitungsbündeln der Telefonadern. Bei Glasfaser spielt die Entfernung hingegen kaum eine Rolle. Aus diesem Grund kommt beim Kunden meist auch deutlich mehr von der gebuchten Maximaldatenrate an als bei anderen Techniken. Wer z. B. VDSL250 bestellt, kann in der Regel kaum mehr als 150 bis 200 MBit nutzen.


4.1 Wie belastbar sind die beworbenen 1000 MBit/s?

Glasfaserkunden profitieren dagegen meist von gut 90 bis100% der in Aussicht gestellten Datenrate. Allerdings weichen von Anbieter zu Anbieter die Angaben bezüglich der "normalerweise Weise zur Verfügung stehenden Datenrate" ab.

Anbieter Normalerweise
verfügbar Download
Normalerweise
verfügbar Upload
PDF ansehen
Telekom Glasfaser 1.000 850 MBit/s 500 MBit/s *klick*
Vodafone 1000 (via Telekom) 850 MBit/s 500 MBit/s *klick*
Vodafone 1000 (eigenes Netz) 900 MBit/s 450 MBit/s *klick*
1&1 Glasfaser 1.000 850 MBit/s 500 MBit/s *klick*
o2 Home XXL 1000 800 MBit/s 400 MBit/s *klick*
NetCologne GF 1000 900 MBit/s 450 MBit/s *klick*
M-net Internet 1000 850 MBit/s 200 MBit/s *klick*


Glasfaserkabel


5. Latenz und Ping

Einen Geschwindigkeitsfaktor haben wir bisher noch nicht erwähnt – die sogenannte Latenzzeit. Besonders hier können Glasfaseranschlüsse im Vergleich zu anderen Techniken erneut deutlich punkten. Die Latenz, besser bekannt als „Ping“, misst die minimale Antwort- bzw. Reaktionszeit. Internet über Satellit ist mit einem Ping von 300-800 Millisekunden extrem langsam. Hier dauert die Reaktion sozusagen annähernd 1 Sekunde. Selbst beim langsamen DSL sind es „nur“ 40-90 Millisekunden (ms). VDSL bringt es in etwa auf 15 bis 40 ms. Bei Glasfaser sind ca. 1 bis 10 ms Standard. Bei allem unter 2 bis 3 Millisekunden spricht man übrigens von „Echtzeitreaktion“. Gerade für Telefonate oder Computerspiele ist FTTH daher DIE Lösung, da es hier kaum noch eine spürbare Latenz gibt.




6. Geschwindigkeit selber messen

Egal ob Sie schon einen Glasfaserzugang ihr Eigen nennen oder nicht: Unser Speedtest zeigt mit einem Klick, wie schnell der Anschluss wirklich ist. Dabei werden sowohl die Download- als auch Upload-Datenrate ermittelt, sowie die Latenzzeit. So sehen Sie auch auf einen Blick, ob sich ein Wechsel zu einem Glasfaser-Tarif lohnen würde.


7. Zukunft: XG-PON und NG-PON2

In naher Zukunft werden viele Glasfasertarife noch einmal deutlich schneller. Möglich macht das der neuste G.987-Standard, besser bekannt als 10G-PON oder XG-PON. Damit lassen sich heute schon Zugänge mit 5 bis 10 GBit/s realisieren.

Kommt XGS-PON zum Einsatz, ist sogar die Uploadrate genauso hoch wie die Downloadgeschwindigkeit. Bislang gibt es derartige Zugänge aber leider nur in ganz wenigen Regionen. M-net bietet z. B. darüber bereits Tarife bis 5 GBit/s. Den Start für den Massenmarkt erwarten wir ab zirka 2030.

7.1 NG-PON2: Die nächste Generation steht schon bereit

Doch selbst bei der Geschwindigkeit der Glasfaseranschlüsse auf XGS-PON-Basis ist in Zukunft noch nicht Schluss. Dank nochmals deutlich verbesserten Verfahren und Techniken, sind Anschlüsse mit 40 bis 80 GBit/s keine Science-Fiction mehr. Die Basis dafür bildet der "Nex-Generation-PON2" Standard. Bis derartige Leistungen im Privatkundensegment ankommen, dürfte es noch viele Jahre dauern. Obwohl die Technik längst steht, sehen wir kaum einen Praxiseinsatz vor 2035 für die breite Masse.

8. Unser Fazit

Wer kompromisslose Leistung sucht – egal ob bei Download, Upload oder Ping –, kommt um Glasfaser-Internet nicht herum. Lediglich Kabel oder 5G können hier noch mithalten. Seit 2020 scheint sich auch der Glasfaserausbau wieder zu beschleunigen, so dass in naher Zukunft über die Hälfte aller Haushalte versorgt sein könnten. Sofern man die Möglichkeit bereits hat, spricht viel dafür, sich gegen veraltete Zugänge per (V)DSL und für Glasfaser zu entscheiden.

Autor: Sebastian von Glasfaser-Internet.info

Autor: Sebastian

Experte für Glasfaser & Netzinfrastruktur

Ich beschäftige mich seit über 15 Jahren mit dem Ausbau digitaler Infrastrukturen in Deutschland. Auf dieser Seite teile ich fundiertes Wissen und aktuelle Entwicklungen rund um FTTH und Kabel-Internet.



Weiterführendes

» so schnell ist der Upstream bei Glasfaser
» Latenzzeiten bei Fiber-Anschlüssen
» Was ist Quanteninternet und welche Rolle spielt hier Glasfaser?