Glasfaser Anwendungen

Wofür lohnt sich FTTH im Alltag?


Ratgeber: Anwendungsfälle für Glasfaser-Internet

Bei immer mehr Haushalten ist statt langsamen DSL schon Internet über Glasfaser (FTTH) verfügbar. Nutzer der Fiber-Anschlüsse profitieren von deutlich besserer Stabilität, Leistung und vor allem Zukunftsfähigkeit. Aber die Umstellung auf einen Glasfaseranschluss lohnt sich nicht nur wegen hoher Downloadraten.

Nutzer schöpfen die größten Vorteile bei der Nutzung moderner Datendienste wie 4K-Streaming, Cloud-Diensten, Homeoffice, Gaming, Smart Home und datenintensiven Uploads. Hier finden Sie die wichtigsten Anwendungsmöglichkeiten im Überblick.


FTTH im Alltag

Die beliebtesten Glasfaser-Anwendungen im Überblick

Von Streaming bis Homeoffice: Folgend finden Sie die heute relevantesten Einsatzmöglichkeiten. Ein Klick führt Sie direkt zu den jeweiligen Abschnitten dieses Ratgebers.

1. Zukunftssicherheit 100%

Zugegeben: Es wird wohl noch einige Jahre dauern, bis es ein breites Spektrum an Applikationen gibt, welche eindeutige Vorteile aus Downloadraten von weit über 500 MBit/s ziehen. Die Historie der Kommunikationstechnik zeigt allerdings klar, dass neuen technischen Möglichkeiten auch rasch nützliche Anwendungen folgen. Seit einigen Jahren gibt es tatsächlich ein gutes Beispiel, wie wir folgend unter Punkt 2) zeigen.

Wer schon heute die Weichen stellt und das Eigenheim oder ein Mehrfamilienhaus per FTTH direkt ans Glasfaser-Netz anbindet, kann gelassen auf die Entwicklung der nächsten 20-30 Jahre blicken. Denn nur Glasfaser-Anschlüsse gelten als ultimative Zukunftstechnik. Alle anderen Breitbandtechniken wie VDSL, Vectoring oder G.fast setzen aus Kostengründen auf Lösungen, welche nur eine Teilstrecke zum Kunden mit Fiber überbrücken. Zwar rücken die optischen Leitungen immer näher zum Verbraucher, doch das Endziel einer flächendeckenden Verfügbarkeit in Deutschland wird wahrscheinlich nicht vor 2030 (optimistische Planung) oder realistischerweise 2035 erreicht werden.


2. Anwendung: TV in Perfektion

IPTV und Streaming sind sozusagen aktuell die Paradedisziplin für Glasfaser-Internet schlechthin! Warum? Bei der Übertragung von hochauflösenden Video- und TV-Signalen müssen immense Datenmengen bewegt werden. Je schneller der Internetzugang, desto höher kann daher prinzipiell auch die Bildqualität ausfallen. Zudem steigt die maximal mögliche Anzahl an Teilnehmern im Haushalt, welche gleichzeitig hochauflösend mit verschiedenen TV-Geräten fernsehen können.

Grundvoraussetzung für TV- oder Streaming in Ultra HD (4K), z. B. über Disney+ oder Netflix, ist eine Übertragungsrate von wenigstens 20 - 25 MBit/s. Mit jedem gleichzeitig betriebenen Endgerät steigt der Bedarf dann linear an. Also >100 MBit/s bei 4 Geräten etwa. IPTV wird aktuell von Telekom 1und1 oder Vodafone angeboten.

IPTV von der Dt. Telekom

IPTV von der Telekom - beste Bildqualität dank hoher Bandbreiten bei Glasfaser


Des Weiteren bietet IPTV und Streaming-TV viele Funktionen und Annehmlichkeiten, die andere Empfangswege nicht oder nur mit Abstrichen beherrschen. Zum Beispiel die Aufnahme von Sendungen in der Cloud, Neustart schon begonnener Sendungen und vieles mehr.

2.1 Ultra-HD: Glasfaser als perfektes Übertragungsmedium

Mehr Übertragungsrate eröffnet Raum für noch bessere Qualität und neue Features. Fast alle TV-Geräte unterstützen heute Ultra-HD (4K). 4K steht dabei für eine Auflösung von bis zu 4096x3072 Bildpunkten, was der doppelten Auflösung von Full-HDTV entspricht oder 4 x HD. Fast alle Streamingdienste wie Paramount+, Netflix oder Amazon bieten immer mehr Titel in UHD-Qualität. Seit 9 Jahren schon liefert auch die Telekom UHD-Inhalte via Magenta-TV (IPTV) ab. Mit RTL und ProSiebenSat1 haben sogar schon zwei private Sender einen 4K-Ableger.


Stück für Stück dürften bis 2030 noch mehrere TV-Sender hinzukommen. Den Anfang machte übrigens der Shoppingsender "Perl.TV" schon Mitte 2015.

SD vs HD vs 4K und 8K

Herkömmliche Internetzugänge wären jedoch nur bedingt für IPTV bzw. Streaming in 4K geeignet. Mit Glasfaser-Flatrates sind die gigantischen Datenmengen dagegen problemlos per Internet übertragbar. Netflix z. B. zieht für Ultra HD bei 25 MBit Nettodatenrate die Reißleine. Mit etwas Puffer wäre also bereits bei zwei Teilnehmern, die gleichzeitig fernsehen, eine Internetleitung mit 100 MBit sinnvoll. Letzteres sieht die Dt. Telekom auch als Grundvoraussetzung für Magenta-TV in UHD an.

3. Anwendung: Smart Home

Auch im smarten Zuhause (Smart Home) spielt Glasfaser alle Stärken voll aus. Zwar benötigen die einzelnen vernetzten Geräte für sich in der Regel nur wenig Bandbreite. Doch bei dutzenden Endgeräten und Haushaltsteilnehmern summiert sich der Traffic schnell auf. In modernen Smart Homes stecken z. B. smarte Lautsprecher, Heizungssteuerungen, Lichtsysteme, diverse Sensoren, Saugroboter, Überwachungskameras oder Videotürklingeln. Zusätzlich zu den regulären Internet-Gadgets wie Tablets, Spielkonsolen, Computer und TV-Geräte versteht sich. Mit einem preiswerten Glasfaserzugang mit mindestens 300 MBit/s sind genügend Reserven für alle Applikationen vorhanden.


Nicht vergessen: Je mehr Geräte online sind, desto wichtiger sind besonders stabile Verbindungen. Hier punktet Glasfaser ebenfalls vor DSL, Funk und Kabel. Keine andere Technik ist so zuverlässig.


Anwendung von Glasfaser für Smart-Homes

Ein weiteres Muss für Smart Home sind hohe Uploadraten. Kameras und Videotürsysteme profitieren besonders von flotten Uploads. Die Glasfasertechnik bietet deutlich mehr Leistung und Spielraum im Vergleich zu DSL. Selbst Einsteiger-Tarife bieten bei FTTH über 100-150 MBit/s im Upload, während DSL spätestens bei 2,5 MBit/s passen muss. VDSL und Kabel sind auf 40 bzw. 70 MBit/s limitiert.

Fazit: FTTH ist also die ideale Grundlage für ein vernetztes, sicheres Zuhause.


4. Gaming High-End

Nicht nur die Hardware (Grafikkarte, Netzwerkkarte, Router) sollte für ambitionierte Computerspieler state of the art sein. Für online ausgetragene Partien muss auch der Internetzugang mitziehen. Weniger in Sachen Datenraten, sondern bei der Reaktionszeit (Latenz). Neben 5G gibt es mit Glasfaser keine schnellere Anschlussart. Im Idealfall können 1-5 Millisekunden erzielt werden. Zum Vergleich: DSL hat gut 30-80 ms und ist damit um Längen träger.


5. Anwendungsfall: Ab in die Cloud!

Auch Cloud-Dienste werden für Privatnutzer immer populärer. Die eigene Fotosammlung lässt sich beispielsweise in der Cloud sicher und dezentral speichern, was mehrere Vorteile verspricht. Einerseits hat man von überall auf der Welt Zugriff. Ganz ohne immer Speichermedien mittragen zu müssen. Andererseits sichert man die Daten gleich doppelt ab für den Fall der Fälle. Denn eine Festplatte zuhause kann kaputt gehen oder gestohlen werden.

Benötigt wird nur ein Cloud-Anbieter und natürlich ein flotter Internetzugang. Genau hier stoßen herkömmliche DSL- und VDSL-Anschlüsse oft schon an Grenzen. Wichtig ist für die Cloud-Nutzung wieder vor allem die Upload-Datenrate. Glasfaser-Tarife bieten 50-1000 MBit im Upstream - DSL lediglich 1 bis 2,5 MBit, VDSL mit Vectoring bis zu 50 MBit. Der Upload von 1 GB kann ohne genug Performance nämlich schnell zum Geduldsspiel ausarten.


Unser Cloud-Tipp: Die Telekom bietet hier 3 Gigabyte Speicher kostenlos an mit "MagentaCloud Free". Zubuchbar zu einem Magenta-Internetanschluss. Optional mit bis zu 5000 GB Kapazität!

6. Parallele Volllast auch bei Mehrpersonenhaushalten & WGs

Mehr Leistung und Flexibilität für Großfamilien und WGs

Wenn sich mehrere Personen, wie etwa in WGs oder Familien, einen Internetanschluss mit nur 6 - 50 MBit teilen, ist Streit schon mal vorprogrammiert. Denn wenn einer im Haus gerade einen großen Download durchführt, surfen und laden die anderen nur noch mit „Sparflamme“. In diesem Fall reichen die Reserven für anspruchsvolle Dienste nicht aus, um alle Teilnehmer voll zu versorgen.


Erst jenseits der 100 MBit ist ausreichend Sicherheitspuffer vorhanden. Dann können mehrere Personen problemlos TV in HD sehen und nebenbei Downloads tätigen oder sonstige Dienste nutzen. Allein für zwei Fernseher müssen beim Ultra-HD-Betrieb (2 Streams also) je 2-mal 20 - 25 MBit an Bandbreitenbedarf kalkuliert werden.


7. Anwendungsfall: Influencer & Content Creator

Die schon mehrfach angesprochene starke Upload-Datenrate der Glasfaseranschlüsse macht die Tarife auch ideal für Influencer. Besonders solche, die mit Videoplattformen arbeiten. Egal ob regulärer Upload oder Livestream – hier sind Uploadraten von über 50 MBit/s ideal!


8. Glasfaser für Professionals: Homeoffice, Remote & Videokonferenzen

Insbesondere für Selbstständige, die oft große Datenmengen senden und empfangen müssen, kann sich FTTH richtig lohnen. Die Wartezeiten reduzieren sich erheblich, selbst beim Transfer von mehreren Gigabytes. Auch für VPN-Einsatzszenarien ist Glasfaser perfekt geeignet. Etwa bei Home-Office bzw. Telearbeit. Für Videokonferenzen in höchster Qualität sind die Zugänge natürlich ebenfalls ideal. Glasfasertarife mit bis zu 1000 MBit für Geschäftskunden bieten heute mehrere Anbieter.

9. Virtual Reality & Augmented Reality

Noch sind VR-, AR- und Mixed-Reality-Anwendungen für Privatkunden eher Spielerei. Doch bald schon könnte sich das schlagartig ändern und zahllose sinnvolle Anwendungen hervorbringen, die nur der Fantasie Grenzen setzt. Basis für VR sowie AR-Systeme ist aber ein flotter Internetzugang mit niedrigen Latenzzeiten. Ideal sind unter 10 Millisekunden. Nur 5G und Glasfaser bieten die nötigen Echtzeit-Reaktionszeiten für diese Techniken ...


10. Mehr Surfkomfort für alle!

Nicht nur die Downloadrate ist bei Glasfaserinternet berauschend schnell. Auch die Upload-Power (bis 1000 MBit/s) sucht seinesgleichen. Wer oft Daten sendet, wird das Plus an Leistung schnell schätzen lernen. Anwendungen die davon profitieren sind insbesondere: Online-Backups, Foto-Dienste bzw. Fotoentwicklungs-Services und die oben schon genannten Cloudspeicher.

Mann mit KI-Brille und VR-Applikation

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Bild oben Pärchen mit Spielcontroller: ID 452254530 @ Yuri Arcurs Dreamstime.com