Glasfaser Upload

Wie schnell sind die Glasfaseranschlüsse beim Senden?


Upload-Spezial Titelbild

Geht es um die Geschwindigkeiten von Internetzugängen, stehen in der Werbung oder bei Preisvergleichen immer zunächst nur die sogenannte Download-Datenraten im Fokus. Also die Geschwindigkeit, mit der Dateien oder Filme heruntergeladen bzw. gestreamt werden können.

Die entgegengesetzte Richtung – also wie schnell Daten gesendet werden können (kurz Upload oder Uplink) – wird nicht selten nur nebenher erwähnt. Dabei ist diese für viele Alltagsaufgaben kaum weniger wichtig. Wir zeigen, wer die schnellsten Upload-Datenraten bietet und welche Verbraucher von schnelleren Anschlüssen profitieren …

Wozu sind schnelle Upload-Datenraten gut?

Der Grund, warum die meisten Kunden nach wie vor nur auf die Downloadgeschwindigkeit schauen, liegt sicher in der Vergangenheit. Vor gut 10 Jahren beschränkte sich das Hochladen von Daten im Alltag meist auf, aus heutiger Sicht, profane Sachen. Wie z.B. Emails verschicken, einen Blogpost einstellen und ggf. mal ein Foto posten.

Doch immer mehr Anwendungsfelder lassen die Leitung auch in die „Gegenrichtung glühen“ – also den sogenannten Uplink. Besonders wenn Videos zu Facebook, Tiktok oder Youtube hochgeladen werden. Dann fallen teils enorme Datenmengen an. Je nach Qualität (Stichwort 4K/8K), können das schnell mehrere Gigabyte sein. Noch schlimmer wird es, wenn Livevideos in Echtzeit gestreamt werden sollen – ein Trend gerade bei jungen Leuten. Ähnlich wie Videotelefonie, nur mit viel höheren Qualitätsanforderungen. Auch Cloud-Applikationen aller Art stellen hohe Anforderungen. Es gibt aber weit mehr Anwendungsfälle, wie wir noch im übernächsten Abschnitt zeigen.

Kurzum: Daten ins Internet hochladen, nimmt heute eine größere Stellung ein und dürfte bald dem Download in nichts mehr nachstehen. Daher ist es ratsam, Internettarife bzw. Anschlüsse zu wählen, die genug Power auch für diese Richtung bieten. Doch welche sind das?

Wichtigkeit des Uploads z.B. fürs Live-Streaming - Illustration

>>> Vergleich von Glasfaser-Tarifen mit extra schnellem Upload (mind. 300 MBit) für High-End-WLAN zuhause.

Glasfaser ist „Upload-König“

Bevor wir uns noch genauer anschauen welche Anwendungen es im Alltag heute schon gibt, wollen wir erst klären, welche Zugänge die meisten Power im Uplink bieten. Der unangefochtene Spitzenreiter heißt hier eindeutig FTTH/B, also Glasfaser-Internet! Keine andere leitungsgebundene Breitbandtechnik bietet annähernd so hohe Übertragungsraten - von Mobilfunk über LTE/5G abgesehen.

Die folgende Grafik zeigt, wie lange es jeweils dauern würde, 5 Gigabyte hochzuladen. Zum Beispiel alle Fotos (~500 Stück) des letzten Urlaubs. Dabei haben wir jeweils den Maximalwert der aktuell gängigen Breitbandtechniken VDSL, Kabel, Glasfaser sowie LTE/5G berücksichtigt. Den Wert für DSL haben wir nur noch hingeschrieben, denn der Wert von über 650 Minuten hat die Grafik so verzerrt, dass die anderen Werte kaum noch sichtbar waren. Ohnehin sollen alte DSL-Zugänge bald schon durch modernere ersetz werden...

Uploadzeit für 5 Gigabate je nach Anschluss mit Glasfaser im Vergleich


An den Zeiten sieht man schon, dass es bereits bei der vergleichsweise geringen Datenmenge einen erheblichen Unterschied macht, für welchen Zugang man sich entscheidet. Gering, da bei Cloud-Backups oder dem Hochladen von Videos schnell mal 20, 50 oder gar 100 GB anfallen können. Hier daher nochmal die maximalen Datenraten je nach Zugang im Vergleich:

Uploadrate je nach Breitbandtechnik in MBit/s



Anwendungsfälle: Wann lohnt sich ein Anbieter mit hohen Upload-Übertragungsraten?

Einige Beispiele haben wir ja bereits genannt. Das Hochladen von Videos oder Bildern aller Art zu unterschiedlichsten Diensten, wie Facebook, Tiktok, Instagram, Cloud-Speicherplätzen, Fotoentwicklern, Webseiten oder Streaming-Plattformen á la Youtube, verlangt jedem Anschluss viel ab.

Mit fortschreitender Entwicklung von Smartphones und Kameras, verschlingen zudem Bilder und Videos immer mehr Speicherplatz, werden also größer. Reichte vor einigen Jahren noch HD-Qualität, wollen einige heute schon 8K-Videos filmen und speichern.

Doch von starken Uplinks beim Internetzugang profitieren auch alle, die Webseiten betreiben oder im Homeoffice arbeiten. Zudem natürlich kleine Firmen oder Selbstständige, welche oft größere Dateien an Kunden schicken, wie Angebote, Designstudien, Architekturdemos etc. Langsame Zugänge kosten dann viel Zeit und Nerven …

Übersicht – hohe Uploadraten lohnen im Alltag, wenn man oft:

  • Videos hochlädt (z.B. Youtube, Tiktok, Facebook)
  • hochauflösende Videos streamt (z.B. Youtube, Vimeo)
  • viel Bilder hochlädt (z.B. Instagram, Pinterest, Facebook)
  • eine Webseite betreibt
  • oft Daten in die Cloud speichert/sichert
  • beruflich oft viele Daten verschickt
  • gerne Videotelefonie führt / Discord-Server betreibt
  • oft Daten mit Freunden/Kollegen/Familie teilt

Upload-Geschwindigkeiten der Glasfaser-Anbieter im Überblick

Soviel zur Theorie. Doch welcher der Glasfaserprovider hat denn nun die besten Upload-Übertragungsraten zu bieten? Tatsächlich gibt es teils erhebliche Unterschiede. So bieten die meisten (wie Vodafone) aktuell bis zu 500 MBit/s Uploadrate, was bereits beachtlich ist. Denn so können immerhin gut 62,5 Mega-Byte je Sekunde gesendet werden, was in etwa 10 gängigen MP3´s / Sek. entspricht! Oder 10 hochauflösenden Bildern je Sekunde

Den schnellsten Upload findet man momentan bei Netcologne und der Deutsche Telekom. Die Mitte 2024 neu gestarteten Glasfaser-Tarife des Anbieters bieten beim Gigabit-Zugang satten 500 MBit/s und im 2 GBit-Tarif sogar sagenhafte 1000 MBit Upstream. Bislang sind die 2 GBit-Tarife aber nur in ganz wenigen Gebieten verfügbar und kosten gut 140 Euro. Weit preiswerter kann aber der Gigabit-Anschluss bezogen werden - hier sank der Preis auf moderate 70.95 Euro. M-net lockt sogar mit unglaublichen 2,5 GBit Upload. Allerdings gibt es den fast 400 € teuren Tarife aktuell auch nur für ganz wenige Haushalte!



Glasfaser-Anbieter Upload max. Download max. Tarife zum Anbieter
Dt. Telekom 1000 MBit/s 2000 MBit/s zeigen *Klick*
Dt. Glasfaser 500 MBit/s 1000 MBit/s zeigen *Klick*
Vodafone 500 MBit/s 1000 MBit/s zeigen *Klick*
O2 Telefónica 500 MBit/s 1000 MBit/s zeigen *Klick*
1und1 500 MBit/s 1000 MBit/s zeigen *Klick*
M-net 2500 MBit/s 5000 MBit/s zeigen *Klick*
Netcologne 1000 MBit/s 2000 MBit/s zeigen *Klick*
EWE 100 MBit/s 1000 MBit/s zeigen *Klick*

Privatkundentarife in der Regel (noch) asymmetrisch

Sicher ist Ihnen schon aufgefallen, dass praktisch alle Internet-Tarife, egal ob über Glasfaser oder DSL, stets unterschiedlich schnell im Down- und Upload sind. Zum Beispiel 50 MBit/s Down und 10 MBit/s Up im Fall von VDSL. Man sagt dazu in der Fachsprache auch „asymmetrisch“, also ungleich in beide Richtungen. Dies ist bei Privatkundentarifen fast immer der Fall.

Bei Anschlüssen für Geschäftskunden werden hingegen auch symmetrische Tarife geboten, so dass hier demnach Down- und Uploadrate gleich hoch sind – zum Beispiel je 500 MBit. Leider sind diese aber deutlich teurer – meist im Bereich von 300-1000 Euro monatlich.

Dank eines neuen Glasfaserstandards, könnten aber auch bald für Privatnutzer 5-10 GBit im Upload möglich sein - dem sogenannten XGS-PON. Das "S" in der Abkürzung steht für "symmetrisch". Die Technik hebt nicht nur die Downloadrate über FTTH auf bis 10 GBit. Auch der Upload profitiert in selber Höhe. Mehr über XGS-PON hier in unserem Ratgeber.

Uploadraten für Geschäftskunden

Wie schon im vorherigen Abschnitt angedeutet, bieten Business-Glasfasertarife meist auf Wunsch sogar sym. Sendedatenraten. Doch nicht nur das – auch die allgemeine Übertragungsrate ist teilweise höher. So bietet z.B. die Deutsche Glasfaser (www.deutsche-glasfaser.de ) tatsächlich unter den „inexio business“ Tarifen ein Paket mit sagenhaften 10 GBit/s – im Down- UND Upload wie der folgende Screenshot zeigt.




bis 10 GBit Upload

Problem: Upload schneller als Download?

Im Zuge der Recherche zu diesem Ratgeber ist uns aufgefallen, dass viele Nutzer bei einem Speedtest über folgendes Problem stolpern: Trotzt mehrfacher Tests fällt die Geschwindigkeit beim Upload viel höher aus als beim Download, was ja eigentlich genau umgedreht sein sollte. Der Grund schein meist ein schlecht konfiguriertes lokales WLAN-Netz zu sein. Sollte der Effekt auftreten, testen Sie zunächst erstmal probeweise ohne WLAN über ein LAN-Kabel. Verbinden Sie daher den PC oder Laptop direkt mit dem Router und testen erneut Auch eine Analyse der Latenzzeit mit unserem Pingtest kann Aufschluss über möglich Ursachen liefern.

Wichtig ist dabei, dass bei leistungsstarken Anschlüssen über Glasfaser oder Kabel stets ein modernes LAN-Kabel mindestens nach CAT6 (besser höher) verwendet wird. Sollte der Test dann „normal“ ausfallen, liegt es am WLAN. Hier können die Ursachen aber sehr vielfältig sein. Angefangen von überlasteten Kanälen, zu alten Standards (unter WIFI 5) oder dem Endgerät selbst. Ideal für schnelle Glasfaserzugänge sind moderne fiberfähige WIFI-Router mit WIFI 6 (802.11ax) oder noch besser WIFI 7 (802.11be).




Weiterführendes

» Latzenzeit (Ping) bei Glasfaser Internet
» Ping-Test Analyse durchführen
» So schnell ist FTTH
» Kabel-Tarife vergleichen (Uploadspeed bis 50 MBit)