Kein Glasfaser-Internet verfügbar?

Mögliche Gründe, Ursachen und alternative Möglichkeiten


Breitbandausbau

Glasfaser auf dem Land

Leider dürfte diese Diagnose in Deutschland noch sehr häufig der Fall sein. Denn die Verfügbarkeit von Glasfaser-Internet ist bis dato nur in wenigen Städte und Regionen gegeben.


Mitte 2026 lag die Quote jedenfalls noch bei zirka 27 Prozent. Der Ausbau beschleunigt sich seit Anfang des Jahrzehnts aber deutlich. So kündigte z. B. die Deutsche Telekom Ende 2020 einen enormen Ausbau-Turbo für die nächsten 10 Jahre an! Auch Vodafone, Deutsche Glasfaser, viele Regionalprovider und Investmentgruppen wie "Unsere Grüne Glasfaser" bauen intensiv am Netz der Zukunft. Vor 2028 sind aber kaum FTTH-Quoten von über 50 Prozent zu erwarten. Bis alle Haushalte versorgt sind, braucht es also noch Ausweichmöglichkeiten für superschnelles Internet.


Glücklicher Weise gibt es immer mehr Highspeed-Alternativen, die ähnliche Leistung versprechen und signifikant besser verfügbar sind. Und das bei deutlich geringeren Kosten! Der Konkurrenzdruck nimmt daher für klassische Festnetz-Breitbandbetreiber enorm zu. Vodafone und die Deutsche Telekom sehen sich zudem gerne als Wegbereiter in die „Gigabitgesellschaft“. Also einem Status Quo, wo möglichst alle Haushalte Zugang zu Breitbandanschlüssen haben, die hohe zweistellige bzw. sogar dreistellige MBit/-Werte bieten - z. B. mit 1 - 2 Gigabit. Bis diese Vision Realität wird, werden noch etliche Jahre vergehen. Ein Technologiemix aus kabelgebundenen Breitbandnetzen, Brückentechniken und Mobilfunk (LTE/5G), ebnet aber bereits heute den Weg dahin.

Einer der wichtigsten Faktoren zugunsten eines raschen Glasfaser-Ausbaus, dürfte für die Deutsche Telekom der Vorstoß der Kabelnetzbetreiber sein. Diese können mehreren Millionen Kunden bereits über 1000MBit/s bieten. Dem hat der Konzern in Regionen ohne Glasfaser aktuell nur langsamere Brückenlösungen entgegenzusetzen. Etwa die Hybrid-Technik, welche DSL und VDSL mit schnellem 5G kombiniert und so Zugänge von 50 bis 500 MBit ermöglicht. Doch egal wie: Nur mit einem weitläufigen Hochgeschwindigkeitsnetz kann der Konzern der Konkurrenz künftig Paroli bieten.


Heim-Internet per Funk (5G oder LTE)

Internet für Zuhause über Mobilfunk, also 4G oder 5G



Wer also in einer Region wohnt, wo noch kein Glasfaser-Internet angeboten wird, sollte einen Blick auf die möglichen Alternativ-Techniken werfen. Diese stehen der Leistungsfähigkeit von FTTH mitunter nur wenig nach, versprechen aber dafür auch wesentlich häufiger verfügbar zu sein.


Gründe, warum kein Glasfaser-Internet anliegt bzw. ausgebaut wird

Was früher schon beim DSL-Ausbau galt, gilt erst recht beim Glasfaser-Ausbau. Denn wo aus wirtschaftlichen Gründen all die Jahre die Anbindung an das Breitbandnetz per DSL ausblieb, ist ein Ausbau per FTTH noch viel unwahrscheinlicher. Ganz einfach, weil die Kosten dafür nochmals weit über diesem Niveau rangieren.


Glasfaserausbau Baustelle

Baustellenabsperrung beim Glasfaserausbau an einem neuen Verteilerkasten


Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. Wenn man sich z. B. ohnehin auf eine Mischfinanzierung aus Fördergeldern, Netzprovider, Anwohnern und Gemeinde einigen konnte, fällt die Entscheidung zur Verlegung von Glasfasern leichter. Viel zu oft werden aber leider Fördermittel wegen umständlicher Bürokratie nicht abgerufen. In jedem Fall muss abgewogen werden bezüglich anfallender Mehrkosten und einer besseren Zukunftssicherheit.

Obwohl auch viele regionale Netzprovider (z. B. auch Energieversorger) auf Glasfaser setzen, ist es noch ein sehr langer Weg zur flächendeckenden Abdeckung. Die Kosten für einige hunderttausend Haushalte liegen im dreistelligen Millionenbereich. Von daher kann man sich recht leicht ausmalen, dass für eine Versorgung auf dem Niveau von VDSL etwa (~87% der Haushalte), noch gut 5 bis 10 Jahre vergehen können. Auch wenn eigentlich bis 2030 alle Haushalte mit Fiberinternet erschlossen sein sollen ...


In jedem Fall drängt die Zeit, denn bereits jetzt wird in immer mehr Regionen das alte DSL abgeschaltet. Spätestens um das Jahr 2028 bis 2030 soll der überwiegende Teil der Haushalte auf Glasfaser umgestellt sein.


Weiterführendes

» Highspeed-Internet über Kabel
» Wie zuverlässig ist Glasfaser-Internet?
» Wer bietet solche Glasfaser-Anschlüsse?