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Aug 09 2017

 von: Andre Reinhardt

Niek jan van Damme, seines Zeichens Chef der Deutschen Telekom, erklärt den Bürgern in einem Interview die großen Hürden eines flächendeckenden Glasfaserausbaus. Wolle man wirklich alle Haushalte mit direktem Glasfaseranschluss (FTTH / FTTB) versorgen, würden laut seiner Kalkulation mindestens 80 Milliarden Euro anfallen. Konvergente Lösungen seien die Zukunft.

Flächendeckendes Glasfaser schwierig umsetzbar

Die Telekom favorisiert das Vectoring, wenn es um die Vernetzung von Haushalten geht. In einem Interview mit der Bild, schildert der amtierende Chef der deutschen Niederlassung seine Gründe gegen einen flächendeckenden Glasfaserausbau. Zum einen würden Kosten von „mindestens 80 Milliarden Euro“ entstehen, zum anderen gäbe es gar nicht die Tiefbaukapazitäten für ein solches Vorhaben. Die Führungskraft des Netzbetreibers wehrt sich außerdem gegen die immer wiederkehrenden Vorwürfe, das Glasfaser zu boykottieren. „Mit mehr als 430.000 Kilometern Glasfaserkabel verfügen wir über das mit Abstand größte Glasfasernetz in Deutschland!“, ruft van Damme ins Gedächtnis. Jährlich würden 10.000 Kilometer hinzu kommen und allein im letzten Jahr habe man fünf Milliarden Euro in diese Technologie investiert.

Glasfaser-Zukunft aus der Sicht der Telekom

Die Verlegung von einem Kilometer Glasfaser würde rund 60.000 Euro kosten. Jedes Unternehmen könne sofort schnelles Internet beim Bonner Netzbetreiber bestellen. Van Damme vergleicht die Prozedur mit einer Bestellung von Strom- und Wasseranschlüssen bei einem Neubau. „Das lohnt sich häufig nicht für den einzelnen Unternehmer aber für ein Gewerbegebiet schon“, gibt der Telekom-Chef zu Protokoll. Rund 800 Betriebe können bereits jetzt schon Glasfaser-Anschlüsse des Unternehmens mit bis zu 1 Gbit/s nutzen. Als primäre Lösung für eine flächendeckende Vernetzung sieht van Damme das Glasfaser allerdings nicht an. „Die Zukunft liegt für uns in konvergenten Lösungen, die Mobilfunk, Glasfaserkabel und Kupferleitungen kombinieren.“, so der Geschäftsführer. Dem Kunden sei „völlig egal, woher seine Datengeschwindigkeit kommt“.

Niek Jan van Damme verlässt die Telekom

Lange führt van Damme allerdings nicht mehr die Deutsche Telekom, nach neun Jahren verlässt er den Konzern. Ab dem 1. Januar 2018 wird Dirk Wössner in seine Fußstapfen treten.


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