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Sep 03 2014

 von: Redaktion Glasfaser-Internet.info

Das Unternehmen United Internet, besser bekannt durch die Privatkundenmarke 1&1, gab heute bekannt, den Telekommunikationsprovider Versatel übernehmen zu wollen. Damit bahnt sich eine der größten Übernahmen der letzten Jahre, nach dem Verkauf von Kabel Deutschland an Vodafone an. Zudem kommt 1&1 damit an ein exzellent ausgebautes Glasfasernetz.

Versatel?

Versatel wird wahrscheinlich nicht jedem Leser etwas sagen. Der Telekommunikationsprovider aus Berlin bietet seit Jahren Internetflatrates, sowie Sprach- und Datenservices an. Das Besondere: Der Provider besitzt ein eigenes Netz und war somit seit jeher unabhängig von teuren Vorleistungsprodukten der Telekom. Vor einigen Jahren änderte das Unternehmen den Fokus in der Vertriebsstrategie hin zu Business-Lösungen. DSL-Flatrates für Endkunden werden seither zwar noch angeboten, zählen aber nicht mehr zum Kerngeschäft.

50.000 Kilometer Glasfasernetz

1und1 verfügt als einer der wenigen verbliebenen Anbieter am Markt nicht über eigene Breitbandnetze. Weder Festnetz noch Mobilfunk! Vielmehr schnürt das Unternehmen seit jeher Vorleistungsprodukte anderer Netzanbieter zu eigenen Angeboten zusammen, was auch unter dem Stichwort „Resale“ bekannt ist. Langfristig eigentlich ein klarer Wettbewerbsnachteil, denn die besten Margen lassen sich natürlich erzielen, wenn man keine Netzzugänge mieten muss sondern selber betreibt. Mit der geplanten Übernahme von Versatel, würde sich 1&1 auf einen Schlag das zweitgrößte Glasfasernetz Deutschlands einverleiben! Zirka 30-50 Tsd. Leitungskilometer umspannen rund 230 Städte und Gemeinden. Ganz überraschend kommt der Schritt im Übrigen nicht. United Internet ist seit 2 Jahren schon zu 1/2 am Unternehmen beteiligt.

Kaufpreis fast 590 Millionen Euro

Insgesamt 586 Millionen Euro soll United Internet die Übernahme wert sein. Der Deal macht für 1&1 langfristig aus mehrerlei Gründen durchaus Sinn, auch wenn der Kaufpreis zunächst sehr hoch erscheinen man. Einerseits spart man künftig, wie schon angedeutet, Gebühren für DSL-Vorleistungen. Der Betrag wird jährlich auf 55 Millionen Euro beziffert. Zudem schluckt man über 400.000 bestehende DSL- und SDSL-Anschlüsse – maßgeblich wahrscheinlich gut bezahlte Business-Pakete. Nicht zuletzt bietet Versatel auch hochwertige Hosting-Angebote, was mittlerweile auch eines der Kettengeschäfte von 1&1 ist.

Glasfaserflatrates bald von 1&1?

Das ist vorerst eher unwahrscheinlich. In den nächsten Monaten erwarten wir keine Glasfaser-Tarife von 1und1. Dafür ist die Verfügbarkeit zu regional spezifisch. Allerdings ist das für die Zukunft natürlich nicht ausgeschlossen. Vielleicht investiert das Unternehmen auch in den weiteren Ausbau des Glasfasernetzes…

Endgültiges Go der Wettbewerbshüter fehlt noch

Noch ist der Deal nicht endgültig abgeschlossen. Was fehlt ist die Absegnung durch die Kartellwächter. Die Entscheidung wird für kommenden Monat erwartet.

Hilfreiches zum Artikel:

» Glasfaser Karte
» Karte zur Glasfaser Verfügbarkeit


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