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Nov 23 2021

 von: Marcus Schwarten

Deutsche Glasfaser will das Tempo beim eigenen Netzausbau deutlich beschleunigen. Staatliche Förderungen, wie sie beim Glasfaserausbau vielerorts üblich sind, hält der Anbieter hingegen eher für ein Problem.

Doppelt so viele Anschlüsse

Aktuell baut Deutsche Glasfaser rund 35.000 Anschlüsse pro Monat aus. In Zukunft will der Internetanbieter das Tempo verdoppeln und bis zum Jahr 2025 den Wert planmäßig auf bis zu 70.000 Glasfaser-Anschlüsse pro Monat ausbauen. Dies hat der Firmenchef Thorsten Dirks der dpa in Düsseldorf mitgeteilt. Hochgerechnet würde die Deutsche Glasfaser dann bis Ende 2025 rund vier Millionen Haushalte mit schnellem Internet via Glasfaser versorgen. Bis Ende 2021 sind es rund 1,2 Millionen.

 

Das Unternehmen sei sehr zuversichtlich, die neu gesteckten Ziele zu erreichen, auch wenn die Kapazitäten im Bereich des Tiefbaus leider recht knapp sind. Und noch ein „Problem“ sieht Dirks – die staatliche Förderung. „Das bringt langwierige Behördenverfahren mit sich, und es verteuert das Bauen wesentlich“, sagt Dirks. „Fördergeld ist gut gemeint, aber es ist kontraproduktiv: Es sorgt nicht für mehr Schwung, sondern für weniger.“ Eine ähnliche Haltung hat auch der Branchenverband VATM erst kürzlich in einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) geäußert.

Förderflut ist kontraproduktiv

Die Flut an Förderungen verlangsamt also nach Ansicht der Experten den Glasfaserausbau in Deutschland. Der Bund verteilt Förderungen für den Breitbandausbau in Deutschland eher mit der Gießkanne als gezielt. Denn seit April können auch Gebiete mit einer Internetgeschwindigkeit von weniger als 100 Mbit/s eine Förderung erhalten. Diese sogenannten „Grauen Flecken“ kommen damit zu den „Weißen Flecken“, die weniger als 30 Mbit/s Internetgeschwindigkeit aufweisen und bereits seit geraumer Zeit gefördert werden.

 

Zwar sei es als letztes Mittel sinnvoll, in sehr dünn besiedelten Regionen mit besonders langsamen Internet per Förderung für Abhilfe zu schaffen. In Gegenden mit mittelmäßigem Internet sorgen die Bezuschussungen aber laut Dirks für die falschen Anreize. „Das schafft die Privatwirtschaft aus eigener Kraft“, so der Chef von Deutsche Glasfaser. Aus der Politik kommt Widerspruch. So sieht Anke Domscheit-Berg von der Linkspartei zwar ein Problem in den langwierigen Genehmigungsverfahren, hält Fördergelder generell aber für einen wichtigen Baustein: „Wir müssen das Fördergeld besser einsetzen als bisher, vor allem für den Ausbau von Glasfasernetzen in kommunaler Hand, dann wird es Deutschlands unterentwickelte Internetversorgung auch verbessern.“

Quelle: dpa / heise.de

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