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Mai 07 2022

 von: Marcus Schwarten

Eine vom BREKO in Auftrag gegebene Untersuchung hat ergeben, dass echte Glasfasernetze die energieeffizienteste Datenübertragung von Daten ermöglichen. Ein weiterer Grund für den Ausbau der Glasfaser-Infrastruktur in Deutschland.

Energiesparende Infrastruktur

Bei immer höheren Datenmengen, die im Rahmen der Digitalisierung Jahr für Jahr über die Netze in Deutschland übertragen werden, ist die Energieeffizienz ein sehr wichtiges Thema. Zumal es ja auch noch die verschiedenen Klimaziele von EU und Co. gibt. Da ist eine energiesparsame digitale Infrastruktur unabdingbar. Genau diesem Thema hat sich der Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) beschäftigt und Prof. Dr.-Ing. Kristof Obermann von der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) beauftragt, die Nachhaltigkeit der verschiedenen Internet-Zugangstechnologien zu untersuchen.

 

Die Studie bringt spannende Ergebnisse hervor. Echte Glasfasernetze bis in die Wohnungen (FTTH – Fiber to the Home) ist laut den Untersuchungen die von allen digitalen Infrastrukturen beste Lösung, wenn es um den Stromverbrauch geht. Studienleiter Prof. Dr.-Ing. Kristof Obermann sagt zu den Ergebnissen: „Obwohl in Bezug auf FTTC und DOCSIS einige optimistische und für FTTH sehr konservative Annahmen getroffen wurden, sind die hier betrachteten FTTH-Technologien in jedem Szenario – deutschlandweit, städtische, halbstädtische und ländliche Gebiete – die nachhaltigsten aller verglichenen Internet-Zugangstechnologien. Sie sind sowohl deutlich günstiger beim Stromverbrauch als auch in Bezug auf das Gesamtgewicht der Systemtechnik beim Teilnehmer.“

Bis zu 2,6 Mal weniger Strom

Das Gutachten der Technischen Hochschule gibt spannende Aufschlüsse über den Stromverbrauch der unterschiedlichen Internet-Zugangstechnologien. So verbrauchen reine Glasfasernetze bis in die Wohnung (FTTH) im laufenden Betrieb bis zu 2,6-mal weniger Strom als Glasfasernetze bis ins Gebäude (FTTB – Fiber to the Building). Noch deutlicher sind die Ergebnisse gegenüber alternativen Technologien: Glasfaser braucht bis zu dreimal weniger Strom als kupferbasierte Vectoring/Super-Vectoring-Netze (FTTC – Fiber to the Curb) und bis zu sechsmal weniger Strom als TV-Kabelnetze (in der Variante DOCSIS 3.1). Im Vergleich der gigabitfähigen Technologien bei einem Gigabitanschluss (1 Gbit/s) wird der Vorteil von Glasfaseranschlüssen noch deutlicher. Dann verbraucht FTTH sogar bis zu 3,6 Mal weniger Strom als FTTB-Netze und bis zu 8 Mal weniger Strom als TV-Kabelnetze.

 

Hochgerechnet auf eine flächendeckende Versorgung Deutschlands, von der wir noch weit entfernt sind, hätten reine FTTH-Glasfasernetze 154 Megawatt Stromverbrauch. Bei FTTB wären es zum Vergleich 350 Megawatt und bei TV-Kabelnetzen 650 Megawatt. Zudem lässt sich durch Optimierungen der Hardware-Komponenten wie der Router noch mehr Energie sparen.

 

„Nur auf Basis einer energiesparenden digitalen Infrastruktur trägt die Digitalisierung zur Erreichung der Klimaziele bei. Durch ihren im Vergleich mit anderen Infrastrukturen geringen Energieverbrauch bieten echte Glasfasernetze bis in die Gebäude die Möglichkeit einer energieeffizienten Datenübertragung. Sie leisten so einen echten ökologischen Beitrag und sind die zukunftssichere Basis für die Digitalisierung. Dass die neue Bundesregierung endlich ein echtes Glasfaserziel gesetzt hat, ist nicht nur aus diesem Grund ein wichtiger Meilenstein. Jetzt gilt es, die wichtige Umsetzungsphase des Glasfaserausbaus effizient und ressourcenschonend zu gestalten“ erklärt BREKO Geschäftsführer Dr. Stephan Albers.

Quelle: BREKO

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