« News Übersicht

Okt 08 2020

 von: Redaktion Glasfaser-Internet.info

Eine TK-Marktstudie* von Dialog Consult und VATM (Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten) zeigt, dass die Telekom beim Verkauf ihrer Glasfaserzugänge in Deutschland weniger erfolgreich ist als andere Unternehmen.

 

Studienautor Prof. Dr. Torsten J. Gerpott, wissenschaftlicher Beirat der Unternehmensberatung DIALOG CONSULT und Inhaber des Lehrstuhls für TK-Wirtschaft an der Universität Duisburg-Essen, erklärt: „Während die Wettbewerbsunternehmen hier eine Take-up-Rate von knapp 50 Prozent erreichen, liegt diese bei der Telekom Deutschland nur bei unter 20 Prozent. Die Telekom holt bei den Glasfaseranschlüssen zwar auf, vermarktet diese aber noch nicht annähernd so erfolgreich wie die Wettbewerber.“

 

In der Studie ist aber auch vermerkt, dass vor allem im Bereich der Geschäftskunden-Anschlüsse die Telekom im Fokus steht. Eine Umfrage innerhalb der Studie hat ergeben, dass 80-90 Prozent aller regionalen oder bundesweiten Ausschreibungen bei ihren Leitungen auf die Telekom angewiesen sind. VATM-Präsident Martin Witt erklärt: „Den noch fehlenden Wettbewerb nutzt die Telekom und versucht, ganz aktuell massive Preiserhöhungen bei den betroffenen Unternehmen durchzusetzen“.

Rekordverdächtige Investitionssummen

Im Jahr 2020 wird das Investment der Unternehmen der Telekommunikationsbranche 9,7 Milliarden Euro betragen. Das Ergebnis dieser Bemühung ist, dass bis Ende des Jahres rund 28,8 Millionen deutsche Haushalte Gigabit-Anschlüsse zur Verfügung stehen. Während die Telekom ihre Ausgaben um 0,1 Milliarden Euro auf 4,4 Milliarden Euro gesenkt hat, steigerten alternative Anbieter ihre Investitionen von 5,1 auf 5,3 Milliarden Euro.

 

„Die Investitionen im Telekommunikationsmarkt nehmen angesichts der Herausforderungen durch den (Aus-)Bau leistungsfähiger Festnetzanschlüsse und die Errichtung neuer 4G- und 5G-Mobilfunkgenerationen zu. 55 Prozent der Investitionen davon entfallen auf Wettbewerbsunternehmen“, erläuterte Prof. Gerpott.

 

Innerhalb eines Jahres, so das Ergebnis der Studie, könnte der Neubau von Glasfaseranschlüssen einen neuen Höchststand von einer Million erreichen. Allerdings müssen die Telekommunikationsunternehmen beim Ausbau noch verstärkt auf die Infrastruktur der Telekom zurückgreifen.

 

„Die Abhängigkeit der alternativen Festnetzanbieter von Vorleistungen der Telekom Deutschland ist in den vergangenen Jahren also nicht geringer geworden. Rund 70 Prozent aller genutzten Anschlüsse werden weiter physikalisch auf dem Netz des Ex-Monopolisten bereitgestellt“, erläuterte Prof. Gerpott.


 Sei der erste, der die News teilt!


1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (sehr gut)
(Hat Ihnen der Beitrag gefallen?)
Loading...



Alle Rechte am vorliegenden Text bleiben vorbehalten.
Was meinen Sie dazu...?