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Okt 11 2019

 von: Redaktion Glasfaser-Internet.info

Der VATM Verband hat zusammen mit den Marktforschern von Dialog Consult diese Woche den neusten Lagebericht zum Telekommunikationsmarkt in Deutschland vorgestellt. Demnach legt der Ausbau mit gigabitfähigem Glasfaser deutlich zu. Es gibt aber weiter Licht und Schatten.

Gigabitfähige Zugänge auf Rekordniveau

Mittlerweile gibt es der Studie nach bereits 19 Million gigabitfähige Internetzugänge in Deutschland. Das bedeutet: Theoretisch kann schon fast jeder 2. Haushalt mit über 1000 MBit surfen. Der Überwiegende Anteil am Ausbau entfällt dabei auf Wettbewerber der Telekom. Denn überwiegend (14,7 Mio.) basieren die Netze nicht auf FTTH/B sondern auf Kabel-Glasfaser-Netzen (via DOCSIS 3.1). Kabelprovider wie Vodafone und PYUR stellen also in etwa Dreiviertel vom „Gigabit-Kuchen“.

FTTH-Anteil und Deutsche Telekom

Im Vergleich zu Kabel-Internet erscheint der Anteil an reinen Glasfasernetzen zum Kunden (FTTH bzw. FTTB) weiter verschwindend gering. Aktuell beträgt die Zahl der Glasfaseranschlüsse in Deutschland demnach gerade einmal 4.4 Millionen. Rund jeder 10. Haushalt könnte demnach über Fiber surfen. Der Anteil der Dt. Telekom daran ist noch erschreckender. Nur 1,127 Millionen Kunden könnten die Bonner aktuell erreichen. Die Take-up-Rate, also der Anteil an Kunden welche die Tarife auch buchen beträgt 17,2 Prozent bzw. 194 Tausend.

 

Anteil echter FTTH-Anschlüse in Deutschland

Bestand echter Glasfaseranschlüsse und Take-Up-Rate | Bild: VATM & Digalog Consult

 

Der Überwiegende Anteil am Glasfaserausbau stammt also von kleineren Wettbewerbern, wie Netcologne oder Deutsche Glasfaser. Das verdeutlicht, wie sehr der Magenta-Konzern beim Fiber-Ausbau hinterher hinkt. Denn Vodafone erreicht mit Gigabit-Tarifen schon über 11 Millionen Kunden, also Rund Faktor 10. Auch der VATM-Präsident Witt winkt mit dem Zaunspfahl: „Die Deutsche Telekom habe jetzt die Riesenchance, ihre Rolle im sich verändernden Markt neu zu definieren – weg vom Vectoring-Spieler zum fairen Partner und FTTB/H-Ausbauer.“

 

Bestand echter Glasfaseranschlüsse nach Unternehmen

Bestand echter Glasfaseranschlüsse nach Wettbewerbern| Bild: VATM & Digalog Consult

 

Interesse der Kunden geteilt

Der Trend zu schnelleren Anschlüssen ist ungebrochen. DSL wird langsam zum echten Ladenhüter und dürfte wohl bald nur noch als Notlösung fungieren. Der Anteil von nachgefragten Tarifen mit wenigstens 50 MBit legte zum Vorjahr um ein Viertel auf 40 Prozent zu. Mehr als 250 MBit nutzen hingegen erst 1,2 Millionen Kunden. Gemessen an über 19 Millionen gigabitfähiger Zugänge erscheint das nicht viel Das heißt, Highspeed ja, aber ein Mehrwert für über 100 MBit wird offensichtlich von der Mehrheit noch nicht gesehen.

Volumenverbrauch

Im Vergleich zu 2018 generierten die Deutschen 30 Prozent mehr Traffic, nämlich 57 Mrd. Gigabyte. Pro Anschluss sind das rund 137 GB pro Monat.

Deutschland in Punkto Glasfaser weiter Entwicklungsland

Trotz der guten Fortschritte, welche größtenteils auf die Kabelnetzbetreiber entfallen, fällt Deutschland im internationalen Vergleich sogar noch weiter zurück. Einer Studie des FTTH Council Europe aus dem Jahre 2018 nach, verschlechterten wir uns im Ranking von 2016 nochmals um 3 Plätze auf nunmehr Platz 30. Verglichen wurden 28 EU-Staaten sowie Russland und Kasachstan. Während die durchschnittliche Versorgungsrate mit FTTH/B EU-weit bei rund 14 Prozent liegt, kommen wir auf unter 5 Prozent. Spitzenreiter sind Lettland, Litauen, Spanien und Schweden.

 

FTTH/B Ausbau im EU-Vergleich

Ausbaurate im EU-Vergleich | Bild: FTTH Council Europe Studie 2018

Hilfreiches zum Beitrag:

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Quelle: VATM Marktstudie 2019, FTTH Council Europe Studie 2018

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Kategorie: Ausbau | Schlagwörter: ,
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