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Jan 17 2013

 von: Redaktion Glasfaser-Internet.info

Der Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung hat sich die Folgen der Digitalisierung vorgenommen. In einem kürzlich präsentierten Lagebericht wird dabei klar, dass zahlreiche Länder ehrgeizigere Ziele beim Breitbandausbau verfolgen, als die Bundesrepublik. Muss die Regierung nun nachbessern?

 

Im Rahmen des Fachgespräches zu den Themen Breitbandversorgung, der Auswirkung auf die Politik und mögliche Handlungsoptionen, wurde der Abschlussbericht „Gesetzliche Regelungen für den Zugang zur Informationsgesellschaft“ vorgestellt. Regional- und gesamtwirtschaftliche Effekte, sowie die Teilnahme am kulturellen und politischen Leben, sind demnach unabdingbare und grundlegende Funktionen, die ein Netzausbau in der Fläche herstellen soll. Dazu würden neue Strategien und Werkzeuge nötig, die bisher nicht von der Telekommunikationspolitik berücksichtigt wurden.

Ohne Breitband leidet die Lebensqualität

In seiner Technikfolgenabschätzung (TAB) findet der Ausschuss deutliche Worte: „Ein Breitbandanschluss wird heute vielfach bereits zur digitalen Daseinsvorsorge gerechnet und als Nabelschnur zu den Informationen, sozialen Kontakten, Dienstleistungen und Wissensressourcen unserer Welt bezeichnet.“ Die wachsende Menge der Angebote und Dienste, wie Cloud Computing, eGovernment, Web-TV oder eHealth, treibt das Datenvolumen hoch. Diese Innovationen werden erst durch eine Infrastruktur auf der Basis von Glasfaser zugänglich. Durch die niedrige Messlatte bei der Definition von Breitband, wird der nationale Versorgungsgrad als hoch eingestuft. Über 90 Prozent der Bevölkerung erreichen eine Übertragungsgeschwindigkeit bis zwei MBit/s. Nur ungefähr 65 Prozent nutzen diesen Zugang zum Internet. Zudem ist bereits deutlich ersichtlich, dass künftig weitaus höhere Geschwindigkeiten notwendig sind.

Geht der Ausbau in Deutschland nicht schnell genug voran?

Studienleiter Bernd Beckert verweist auf die Überlegenheit der Planungen von Australien, Finnland, Großbritannien und den USA, die im internationalen Vergleich weitsichtigere Ausbaupläne angehen, als Deutschland. Während hierzulande bis 2014 in 75 Prozent der Haushalte 50 MBit/s anliegen sollen, wird bei den anderen Ländern durchweg mit 100 MBit/s gerechnet. In Finnland wird schon für 2015 eine Erfolgsmeldung erwartet, während Australien dieses Ziel erst in 2021 erreicht haben will. Dieter Elixmann, Wissenschaftliches Institut für Kommunikationsdienste Bad Honnef und Gutachter für die TAB-Studie, fordert die Politik zum Handeln auf. Für den Ausbau sollen in erster Linie (mehr) öffentlichen Mitteln zur Verfügung gestellt werden. Denn eine vollständige, landesweite Breitbandabdeckung sei in keiner Nation der Erde unter Marktbedingungen wirtschaftlich umsetzbar.

Drei drängende Fragen an Politik und Telekommunikationsunternehmen

In der Studie werden insbesondere in ländlichen Gebieten Defizite festgestellt. Diese Situation könnte sich verschärfen, da nach Hinweisen Glasfaser-Internet nur langsam und selektiv in Ballungsgebieten aufgebaut wird. Als Probleme auf Seiten der Telekommunikationsanbieter, werden die Risiken von langfristigen Investitionen und unsicheren Refinanzierungsaussichten genannt. Bislang helfen Staat und Regulierungsbehörden mittels finanziellen Mitteln aus den Konjunkturpaketen und einer den Unternehmen entgegen kommenden Regulierung. Im Fazit zur Lage in Deutschland werden drei große Fragen aufgeworfen: „Mit welchen Anwendungen und Maßnahmen kann die Nutzung von Breitbandinternet in der Bevölkerung er­höht werden? Welche Rahmenbedingungen könnten den wettbe­werblichen Glasfaserausbau in den Ballungsräumen beschleunigen? Mit welchen neuen Modellen könnte der Netzausbau in den ländlichen Gebieten realisiert werden?“ Potentielle Vorlagen zu befriedigenden Antworten könnten dabei, zumindest teilweise, aus der Beobachtung von Ländern in vergleichbarer Situation entstehen.

 

Quelle: Deutscher Bundestag

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