FAQ - Häufige Fragen leicht beantwortet


Was ist Glasfaserinternet bzw. FTTH?

Hierbei handelt es sich um eine moderne und sehr leistungsstarke Vernetzungs- bzw. Ausbauart für Breitband-Internetzugänge. Gut anderthalb Dekaden lang wurde bei Internetzugänge vor allem auf das kupferbasierte Festnetz gesetzt. Zur Datenübertragung greift man dabei über die  „letzte Meile“ zum Kunden auf das veraltete Telefonnetz zurück. DSL ist letztlich nichts anderes, als ein Modulations- und Übertragungsstandard für kupferbasierte Telefonleitungen. Die damit erreichbaren Datenraten von bis zu 16 MBit/s, galten lang als völlig ausreichend. Mittlerweile jedoch sind die Ansprüche gewachsen und Engpässe vorprogrammiert. Denn immer mehr Geräte des Alltags greifen zuhause auf das Internet zu.

Geschieht dies parallel, wird es schnell auf der Leitung. Spätestens 2020 dürfte daher DSL genauso veraltet sein, wie heute ISDN.

Als ideales Medium zur Datenübertragung gelten dagegen Glasfaserkabel, da diese unglaublich viele Informationen pro Sekunde transportieren können. Je direkter die Endkunden damit an das Kernnetz angeschlossen werden, desto höher die maximal erreichbare Geschwindigkeit. Bei FTTH (Fiber to the home) erfolgt die Anbindung praktisch zu 100 Prozent, was theoretisch sogar Übertragungsraten jenseits von 1000 MBit erlaubt. Fast direkt bsi zum Verbraucher erfolgt die „Verglasung“ beim FTTB (Fiber to the building). Hier endet die Glasfaserleitung im Keller und nur wenige Meter zum Nutzer werden per Kupferkabel überbrückt. Die folgende Grafik illustriert diese Zusammenhänge noch einmal stark vereinfacht.

Wie schnell kann ich mit FTTH surfen?

Die verfügbaren Angebote erreichen momentan Datenraten von ca. 100-200 MBit je Sekunde. Umgerechnet entspricht das 12,5-25 Megabyte pro Sekunde. Der Download von 10 Songs dauert dann beispielsweise nur noch 2-4 Sekunden. Der Inhalt einer ganzen DVD kann im Idealfall innerhalb von nur 3 Minuten geladen werden. Technisch betrachtet bietet FTTH aber noch viel Spielraum für Steigerungen. Die Telekom und Kabel Deutschland demonstrierten bereits 2010, dass Internetzugänge im Gigabitbereich (>1000 MBit/s) bald Realität werden könnten. Der „Weg in die Gigabitgesellschaft“ steht, geht es nach der Telekom, also offen.

Was ist der Unterschied zw. DSL, VDSL und FTTH (Glasfaser-Anschluss)?

Standard und Technikvergleich
Der Hauptunterschied liegt in der Anbindungsweise vom Endkunden ans schnelle Kernnetz des Internetproviders. Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche technische Unterschiede, etwa bei der Modulation und Datenübertragung allgemein, die aber hier nicht thematisiert werden sollen. Beim DSL (eigentlich ADSL) wird die komplette Wegstrecke vom Hauptverteiler über den Kabelverzweiger zum Verbraucherhaushalt mit Kupferleitungen realisiert. Bei VDSL reichen die Glasfaserkabel bis zum Kabelverzweiger. Nur noch die letzte Wegstecke muss über das Festnetz überbückt werden. FTTB führt die fiberoptischen Kabel letztendlich bis zum Haus und FTTH sogar bis zum Modem des Endverbrauchers. Die Grafik rechts verdeutlicht die drei Ausbauformen. Je weniger auf Kupferkabel als Leiter zurückgegriffen werden muss, desto höher fällt die erzielbare Datenübertragungsrate aus. Mit DSL lassen sich rund 16 MBit/s, mit VDSL bis 100 MBit/s und per FTTH gar bis zu 1000 MBit/s erreichen. Üblich sind im letzteren Fall aber eher Werte von bis zu 200 MBit. Übrigens: Auch die Kabelanbieter setzen zunehmend auf die Glasfaservernetzung und bieten so immer schnellere Flatrates. Hier ist die Verfügbarkeit bundesweit allerdings deutlich höher. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Wann kommt Glasfaser-Internet (FTTH) auch zu mir bzw. wo gibt’s das schon?

Die Chancen stehen gar nicht schlecht, dass bei Ihnen entweder die Verfügbarkeit schon gegeben ist, oder der Ausbau zeitnah bevor steht. Bundesweit betrachtet, ist die Telekom führend in puncto Glasfaserausbau. In den kommenden Jahren sollen milliardenschwere Investitionen die Netzdichte weiter erhöhen. Darüber hinaus gibt es nicht selten auch Anbieter, die regional den Glasfaser-Ausbau forcieren und vorantreiben. Etwa die Stadtwerke, EWE, M-net oder netcologne. Details dazu finden Sie hier samt einer Ausbaukarte.


Benötige ich spezielle Hardware?

Glasfaser Router
Ja, definitiv! Je nachdem, ob die Anbindung per FTTH oder FTTB erfolgt, sind spezielle Router nötig. Im ersteren Fall ein Glasfaser-Router, welcher die optischen Signale decodieren und wieder in elektrische umwandelt, mit denen dann der Computer etwas anfangen kann.

Das Glasfaser-Modem oder Router, erhalten Sie jedoch vom Anbieter Ihrer Wahl. Welche es aktuell gibt, zeigt hier unsere Vergleichs-Übersicht. Beachten Sie auch den folgenden Absatz!

Muss mein Computer für FTTH speziell aufgerüstet werden?

Das ist durchaus möglich, da ältere Computer und Komponenten ursprünglich nicht auf so hohe Datenübertragungsraten ausgelegt waren, wie sie Glasfaser-Internet liefert. Zunächst sollte die Netzwerkkarte oder der auf der Hauptplatine (Motherboard) verbaute LAN-Controller, Gigabit-LAN (1 GBit/s Transferrate) unterstützen. Nicht selten finden sich in PCs heute noch LAN-Karten, die nur 10-100 MBit unterstützen. Ist geplant, ein WLAN im Haushalt zu etablieren, empfiehlt sich dringend auf Geräte zu setzen, die den WLAN-N-Standard (802.11n) oder 802.22AC unterstützen. Dann können bis 300 MBit/s (N) bzw. bis 1300 MBit/s (ac) kabellos übertragen werden. Mit älteren Standards ist bei spätestens 50 MBit Schluss. Wer eine Glasfaser-Flatrate mit 100 MBit gebucht hat, verschenkt so praktisch die Hälfte der Leistung! Hier finden Sie mehr dazu und Infos zu passender Hardware für Glasfaser-Internet.


Was, wenn bei mir kein FTTH anliegt - gibt’s es andere Highspeed-Zugänge?

Internet per FTTH ist bis dato in Deutschland nur sehr marginal ausgebaut. Deswegen müssen Sie aber keinesfalls zwangsweise auf turboschnelles Internet verzichten. Nicht einmal, wenn Sie auf dem Land wohnen! Denn der relativ neue Mobilfunkstandard LTE verspricht per Funk auch in entlegenen Regionen Zugänge mit bis zu 100 MBit. Darüber hinaus, haben die Kabel-Provider ihr Netz in den vergangenen Jahren massiv erweitert und beschleunigt. Kabelinternet bietet daher vielerorts > 100 MBit schnelle Flatrates, bei vergleichsweise hoher Verfügbarkeit. Zu guter Letzt sei noch VDSL erwähnt. Rund 45 Prozent der Haushalte sind bundesweit damit schon versorgt. VDSL-Anschlüsse gibt es mit 50-100 MBit. Drei interessante Alternativen also, die auch ohne Glasfaser-Internet rasante Downloads und superflottes Surfen zu obendrein fairen Preisen versprechen. Fall keine dieser Optionen möglich ist, bleibt noch Internet per SAT. Mehr dazu können Sie hier nachlesen.


Was kostet FTTH?

Das variiert sehr stark, je nach Anbieter, gewünschter Ausstattung (z.B. mit oder ohne TV) und angestrebter Geschwindigkeit. Generell liegen die Preise rund 5-20 € über denen vergleichbarer DSL-Komplettpakete mit Festnetzflat. Hier haben wir für Sie eine Übersicht der Glasfaser-Tarife und Anbieter zusammengestellt.


Bei uns sind zwar Glasfaserleitungen verlegt worden, dennoch sind keine Anschlüsse verfügbar!?

Leerrohre für Glasfaser-Kabel
Das ist durchaus möglich. Nicht immer werden Anrainer auch gleich direkt ans Glasfasernetz angebunden. Mitunter kann dies gewisse Zeit dauern oder gar nicht erfolgen. Im Zuge des Glasfaserausbaus der Deutschen Telekom etwa, mussten bzw. müssen Immobilieneigentümer selbst einen Antrag auf Anschluss stellen. Je nach Gebiet und Aktion kann dies kostenlos erfolgen. Unter Umständen, z.B. nach verpassten Antragsterminen, wird der Eigentümer an den Kosten beteiligt. Manchmal wurden auch Leerrohre verlegt bzw. sind schon vorhanden, durch die ggf. Glasfaserkabel gezogen werden könnten und ein Ausbau in Zukunft noch erfolgen soll. Am besten informieren Sie sich hier auf unserer Karte über den Ausbau oder kontaktieren Ihren lokalen Provider direkt.

Wie richte ich Glasfaser ein?

Sie haben schon einen entsprechenden Tarif bestellt und der Termin der Freischaltung rückt näher? Wir zeigen in diesem Ratgeber, wie man alle nötigen Geräte korrekt einrichtet und konfiguriert.

Lohnt der Umstieg auf Glasfaser-Internet?

Ob die ultraschnellen Internetanschlüsse einen Mehrwert bieten, muss jeder persönlich beurteilen. Fakt ist, dass Glasfaser-Internet viele Vorteile birgt. Der Zugewinn an Performance ist enorm! So bietet z.B. ein Fiber-Tarif mit 200 MBit eine mehr als 12 Mal so hohe Downloadrate wie DSL. Der Upload (senden von Dateien) ist sogar bis zu 100 Mal schneller.

Auch die Hauptproblematik, mit der alte DSL-Kunden viele Jahre lang zu kämpfen hatten, gehört der Vergangenheit an. Die Übertragungsraten bei DSL (z.B. DSL 6000) waren immer als „bis“-Werte zu verstehen. Abweichungen zum gebuchten Tarif waren leider die Regel. Bei Glasfaserinternet gilt zwar auch die „bis zu“-Angabe, allerdings liegen die tatsächlichen Leitungswerte meist sehr viel näher an der versprochenen Datenübertragungsrate.



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