:: VDSL – die schnelle Alternative zu FTTH

Mehr Verfügbarkeit zum kleinen Preis


Noch kommen in Deutschland nur sehr wenige Verbraucher-Haushalte in den Genuss von „echtem“ Glasfaser-Internet (FTTH). Doch es muss nicht immer die Luxus-Variante sein. Die Verfügbarkeitsquote von VDSL (FTTC) betrugt Mitte 2017 schon nahezu 35 Prozent. Und auch bei diesem Standard wird zum Großteil auf Glasfaser gesetzt, so dass Tarife mit 50-100 MBit angeboten werden. Im Folgenden erfahren Sie, was VDSL genau ist, wer es bietet, wo es verfügbar ist und wie hoch die Kosten handelsüblicher VDSL-Tarife sind.


Was ist VDSL?

VDSL: Bis zu 100 MBit schnell surfen in immer mehr Regionen

VDSL kann man sich als technisch verbessertes DSL vorstellen. Die maximale DSL-Datenübertragungsrate liegt bei ca. 16 MBit. Was vor einigen Jahren noch völlig ausreichend war, verursacht heute in vielen Haushalten Probleme - die Leitung pfeift sprichwörtlich auf dem letzten Loch.

Denn nicht nur dass mit DSL selten die vollen 16 MBit überhaupt erreicht werden - oftmals greifen gleich mehrere internetfähige Geräte in der Wohnung gleichzeitig auf das Internet zu. Tablets, Smartphones, Smart-TV, Streaming TV und mehrere PC´s oder Laptops sind dabei nur einige der typischen Daten-Verbrauchter im Haushalt. Das fast 20 Jahre alte DSL ist praktisch "out" und reicht meist nur noch für preisbewusste Gelegenheitsnutzer aus.

VDSL bietet dagegen genug Power für heutige und künftige Anwendungen. Üblich sind aktuell, wie angedeutet, Anschlüsse mit 50-100 MBit pro Sekunde. Damit kommt die Brückentechnik immerhin nahe an viele FTTH-Tarife heran. Möglich wird das Plus an Leistung durch teilweise Verwendung von Glasfaserkabeln und verbesserten, technischen Verfahren bei der Übertragung selbst, wie etwa dem VDSL-Vectoring bzw. Supervectoring. Mehr dazu finden Sie im letzten Abschnitt auf dieser Seite. Zunächst widmen wir uns der wichtigen Frage, welche Breitbandanbieter überhaupt VDSL-Tarife bereitstellen?

Wer bietet VDSL?

Mittlerweile bieten fast alle größeren Internetprovider VDSL an. Lange Zeit war die Wahlfreiheit übrigens deutlich geringer, da praktisch nur die Telekom VDSL-Zugänge im Angebot hatte. Überregional gibt es den VDSL-Datenturbo, je nach Verfügbarkeit, bei O2, Vodafone, 1und1 und der Deutschen Telekom. Regional sind insbesondere M-Net, Netcologne und EWE erwähnenswert. Diese bieten mitunter sogar echtes Glasfaser-Internet per FTTH oder FTTB. Zu guter Letzt vertreiben mitunter auch kleine, lokale Provider ebenfalls VDSL-Tarife.

VDSL-Anbieter Telekom Vodafone 1&1 O2
Ausbausituation ca. 35 % der Haushalte ~ wie Telekom ~ wie Telekom ~ wie Telekom
VDSL mit bis zu 100 MBit 100 MBit 100 MBit 100 MBit
bietet Vectoring ja ja ja ja
Supervectoring noch nicht noch nicht noch nicht noch nicht
Tarife ab ca. 40 € 40 € 30 € 35 €
optional mit IPTV ja (Entertain) ja (Vodafone TV) ja  (Digital TV) nein
Mindestvertragslaufzeit 24 Monate 24 Monate optional ohne optional ohne
zum Anbieter » zur Telekom » zu Vodafone » 1und1 » zu O2

Das wir die Verfügbarkeitsquote derart angegeben haben, dass diese (in etwa) der der Telekom entspricht hat einen Grund. Die aufgeführten Anbieter haben teils zwar auch eigene Netzstrukturen, mieten sich für VDSL aber größtenteils per Bitstream bei der Telekom ein. Bis auf die Deutsche Telekom, machen die anderen Provider leider keine Angaben zum VDSL-Ausbau, so dass wir vor diesem Hintergrund in etwa von einer annähernd gleichen Verfügbarkeit ausgehen müssen.

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Als am besten beurteilen wir die Angebote von der Telekom, 1und1 und Vodafone. Alle drei bieten zu den VDSL-Tarifen optional auch noch IPTV an. TV, Internet und Telefon können also von einem Anbieter in Form eines günstigen Komplettpaketes bezogen werden. IPTV gilt heute als aussichtsreichste TV-Technik der Zukunft. Schließlich lässt sich das internetbasierte TV, leistungsstarke Breitbandanschlüsse vorausgesetzt, am einfachsten nach oben skalieren. Gemeint ist etwa die Einführung von Ultra-HD. Streamingdienste wie Netflix und Amazon setzen schon länger auf das ultrascharfe TV.

Entertain: TV in HD via IPTV. Glasfaser und VDSL bieten beste Bildqualität


Ist VDSL besonders teuer?

In den Anfangsjahren war VDSL sprichwörtlich der pure Luxus. Angebote kosteten nicht selten das Doppelte vergleichbarer DSL-Pakete. Heute liegt der Aufpreis nur marginal über DSL-Niveau oder teils bei Null. Eine Doppelflatrate mit VDSL 50.000 KBit und Festnetzflat gibt es schon ab 30-35 €. Das bedeutet im Schnitt 5 € Mehrkosten für ein Vielfaches an Übertragungsrate und Surfkomfort.

Wo ist VDSL verfügbar?

Den Hauptanteil des VDSL-Netzes unterhält die Deutsche Telekom. Die Tarife sind in über 50 Städten, vorwiegend Großstädte, verfügbar. Zum Beispiel Berlin, Frankfurt, Dresden und Hamburg. Dazu kommen einige Randgebiete.


Vodafone unterhält auch ein eigenes Netz und stellt VDSL, nach eigenen Angaben, in über 750 Vorwahlbereichen zur Verfügung. Parallel mieten die Düsseldorfer benötigte Zugänge von der Telekom. Gleiches gilt für O2, wobei hier leider keine genauen Zahlen zum Ausbaustatus bekannt sind. 1&1 bietet mit den Doppelflats „1&1 DSL 50“ sowie "1&1 DSL 100" ebenfalls zwei VDSL-Tarife. Es ist im Übrigen stets sinnvoll, einen Verfügbarkeitstest bei allen Anbietern durchzuführen.

Neue Standards: Vectoring und Supervectoring

Noch etwas schneller wird VDSL mit dem sogenannten Vectoring-Verfahren. Dabei werden (stark vereinfacht gesagt) Störungen bei der Übertragung innerhalb der Kupferkabel des Festnetzes eliminiert oder zumindest versucht diese zu dämpfen. Im Endeffekt kann so die Datenrate mehr als verdoppelt werden. Noch einen Schritt weiter gehts das sogenannte "Supervectoring". Künftig sollen sogar Datenraten bis 300 MBit möglich sein. Und das ganz ohne neue, teure Glasfaserkabel.




Die obere Grafik zeig, wie sich die Leistungsfähigkeit der verschiedenen DSL-Techniken über die Jahre seit 2000 entwickelt haben. Die vorläufige Krönung markiert das G.fast Verfahren, welches aber maßgeblich beim Glasfaserausbau mit FTTB unterstützend eingesetzt wird.

Was unterscheidet VDSL technisch von DSL?

Der heute eingesetzte VDSL2-Standard (ITU G.993.2), wurde 2006 verabschiedet und bietet aus technischer Perspektive eine maximale Datenübertragungsrate von 200 MBit (VDSL2-Profil 30a). Im Gegensatz zum ADSL, werden Glasfaser-Leitungen bis zum Endverteiler (KvZ) gelegt (FTTC). Von dort an, greift man für die Anbindung der Endkunden, wie bei DSL, auf das Festnetz zurück. Durch die geteilte Ausbauweise spricht man daher auch von einem Hybrid-Netz. Um eine höhere Datenrate als bei DSL zu erreichen, wurden zudem die Frequenzbänder stark verbreitert. ADSL nutzt zur Modulation der Datenströme maximal ein 2,2 MHz breites Band.



Bei VDSL können bis zu 30 MHz genutzt werden. Die folgende Grafik illustriert im Vergleich die Aufteilung der Frequenzblöcke für VDSL bei der Deutschen Telekom nach dem Profilplan 17a mit 17 MHz Bandbreite. Bei diesem Profil lässt sich eine Datenrate von rund 50 MBit erreichen.



Ebenfalls verbessert wurde die Modulation der Daten auf die Trägerfrequenzen, was abermals zur verbesserten Leistungsfähigkeit von VDSL beiträgt. Die technischen Details wollen wir Ihnen allerdings an dieser Stelle ersparen. Interessenten können hier mehr dazu erfahren.


Während FTTH gerade mal für 6-7 Prozent der Haushalte ausgebaut ist, steht VDSL schon für über 35 Prozent zur Verfügung. Ein Test bei einem der Anbieter (siehe Text) lohnt also auf jeden Fall!


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