:: VDSL – die schnelle Alternative zu FTTH

Mehr Verfügbarkeit zum kleinen Preis


Noch kommen in Deutschland nur sehr wenige Verbraucher-Haushalte in den Genuss von „echtem“ Glasfaser-Internet (FTTH). Doch es muss nicht immer die Luxus-Variante sein. Die Verfügbarkeitsquote von VDSL (FTTC) betrugt Ende 2016 schon nahezu 45 Prozent. Und auch bei diesem Standard wird zum Großteil auf Glasfaser gesetzt, so dass Tarife mit 50-100 MBit angeboten werden. Im Folgenden erfahren Sie, was VDSL genau ist, wer es bietet, wo es verfügbar ist und wie hoch die Kosten sind.


Was ist VDSL?

VDSL: Bis zu 50 MBit schnell surfen in immer mehr Regionen

VDSL kann man sich als technisch verbessertes DSL vorstellen. Die maximale Datenübertragungsrate liegt hier bei ca. 16 MBit. Was vor einigen Jahren noch völlig ausreichend war, verursacht heute in vielen Haushalten Probleme - die Leitung pfeift sprichwörtlich auf dem letzten Loch. Denn nicht nur dass mit DSL selten die vollen 16 MBit überhaupt erreicht werden - oftmals greifen gleich mehrere internetfähige Geräte in der Wohnung gleichzeitig aufs Internet zu. Tabletets, Smartphone, Smart-TV und PC sind dabei nur einige der zahlreichen, typischen Daten-Verbrauchter. Das über 15 Jahre alte DSL ist praktisch "out" und reicht meist nur noch für Gelegenheitsnutzer aus. VDSL bietet dagegen genug Power für heutige und künftige Anwendungen. Üblich sind aktuell, wie angedeutet, eher 50-100 MBit pro Sekunde. Damit kommt die Brückentechnik immerhin nahe an FTTH heran. Möglich wird das Plus an Leistung durch teilweise Verwendung von Glasfaserkabeln und verbesserten, technischen Verfahren bei der Übertragung selbst, wie etwa dem VDSL-Vectoring. Mehr dazu finden Sie im letzten Abschnitt auf dieser Seite.

Wer bietet VDSL an?

Mittlerweile bieten fast alle größeren Internetprovider VDSL an. Lange Zeit war die Wahlfreiheit übrigens deutlich geringer, da praktisch nur die Telekom VDSL im Angebot hatte. Überregional gibt es den VDSL-Datenturbo, je nach Verfügbarkeit, bei O2, Vodafone, 1und1, Primacall und der Deutschen Telekom. Regional sind insbesondere M-net, netcologne und EWE erwähnenswert. Diese bieten mitunter sogar echtes Glasfaser-Internet. Zu guter Letzt gibt es hier und da auch mitunter kleine, lokale Provider, die VDSL bieten.

Die größten Anbieter Telekom Vodafone 1&1 O2
Verfügbar in ca. 60 Städten 60 Städten 60 Städten 60 Städten
Ausbausituation 40 % der Haushalte ~ wie Telekom ~ wie Telekom ~ wie Telekom
VDSL mit bis zu 100 MBit 100 MBit 100 MBit 100 MBit
bietet Vectoring ja ja ja ja
Tarife ab ca. 35 € 40 € 30 € 35 €
optional mit IPTV ja (Entertain) ja (Vodafone TV) ja  (Digital TV) nein
Mindestvertragslaufzeit 24 Monate 24 Monate optional ohne optional ohne
zum Anbieter » zur Telekom » zu Vodafone » 1und1 » zu O2

Das wir die Verfügbarkeitsquote derart angegeben haben, dass diese (in etwa) der der Telekom entspricht hat einen Grund. Die aufgeführten Anbieter haben teils zwar auch eigene Netzstrukturen, mietet für VDSL diese per größtenteils per Bitstream von der Telekom an. Bis auf die Telekom machen die anderen Provider leider keine Angaben zum VDSL-Ausbau, so dass wir vor diesem Hintergrund in etwa von einer annähernd gleichen Verfügbarkeit ausgehen müssen.

Am besten beurteilen wir die Angebote von der Telekom, 1und1 und Vodafone. Alle drei bieten zu VDSL optional noch IPTV an. In Sachen Netzqualität und Service schnitt die Telekom in den vergangenen Tests, unter anderem bei Stiftung Warentest, stets am besten ab.

Entertain: TV in HD via IPTV. Glasfaser und VDSL bieten beste Bildqualität


Was kostet VDSL?

In den Anfangsjahren war VDSL sprichwörtlich der pure Luxus. Angebote kosteten nicht selten das Doppelte vergleichbarer DSL-Pakete. Heute liegt der Aufpreis nur marginal über DSL-Niveau. Eine Doppelflatrate mit VDSL 50.000 KBit und Festnetzflat gibt es schon ab 30-35 €. Also im Schnitt 5-10 € Mehrkosten für ein Vielfaches an Übertragungsrate und Surfkomfort.

Wo ist VDSL verfügbar?

Den Hauptanteil des VDSL-Netzes unterhält die Deutsche Telekom. Die Tarife sind in über 50 Städten, vorwiegend Großstädte, verfügbar. Zum Beispiel Berlin, Frankfurt, Dresden und Hamburg. Dazu kommen einige Randgebiete.


Vodafone unterhält auch ein eigenes Netz und stellt VDSL nach eigenen Angaben in über 750 Vorwahlbereichen zur Verfügung und mietet ansonsten benötigte Zugänge von der Telekom an. Gleiches gilt für O2, wobei hier leider keine genauen Zahlen zum Ausbaustatus bekannt sind. 1&1 bietet mit der Doppelflat „1&1 DSL 50“ ebenfalls einen VDSL-Tarif. Die Verfügbarkeit ist praktisch mit der der Telekom identisch, da das Unternehmen selbst über keine Netzinfrastruktur verfügt, sondern nur als Reseller am Markt auftritt. Vor Ort kann es partiell aber durchaus zu Unterschieden kommen, so dass es sinnvoll ist einen Verfügbarkeitstest bei allen Anbietern durchzuführen.

Was unterscheidet VDSL technisch von DSL?

Der heute eingesetzte VDSL2-Standard (ITU G.993.2), wurde 2006 verabschiedet und bietet aus technischer Perspektive eine maximale Datenübertragungsrate von 200 MBit (VDSL2-Profil 30a). Im Gegensatz zum ADSL, werden Glasfaser-Leitungen bis zum Endverteiler (KvZ) gelegt (FTTC). Von dort an, greift man für die Anbindung der Endkunden, wie bei DSL, auf das Festnetz zurück. Durch die geteilte Ausbauweise spricht man daher auch von einem Hybrid-Netz. Um eine höhere Datenrate als bei DSL zu erreichen, wurden zudem die Frequenzbänder stark verbreitert. ADSL nutzt zur Modulation der Datenströme maximal ein 2,2 MHz breites Band.



Bei VDSL können bis zu 30 MHz genutzt werden. Die folgende Grafik illustriert im Vergleich die Aufteilung der Frequenzblöcke für VDSL bei der Deutschen Telekom nach dem Profilplan 17a mit 17 MHz Bandbreite. Bei diesem Profil lässt sich eine Datenrate von rund 50 MBit erreichen.



Ebenfalls verbessert wurde die Modulation der Daten auf die Trägerfrequenzen, was ebenfalls zur höheren Leistungsfähigkeit von VDSL beiträgt. Die technischen Details wollen wir Ihnen allerdings an dieser Stelle ersparen. Interessenten können hier mehr dazu erfahren.

Vectoring

Noch etwas schneller wird VDSL mit dem sogenannten Vectoring verfahren. Dabei werden (stark vereinfacht gesagt) Störungen bei der Übertragung innerhalb der Kupferkabel des Festnetzes eliminiert oder zumindest versucht diese zu dämpfen. Mehr dazu hier. Im Endeffekt kann so die Datenrate mehr als verdoppelt werden. Künftig sollen sogar Datenraten bis 500 MBit möglich sein. Und das ganz ohne neue, teure Glasfaserkabel.



Während FTTH gerade mal für 1-2 Prozent der Haushalte ausgebaut ist, steht VDSL schon für über 45 Prozent zur Verfügung. Ein Test bei einem der Anbieter lohnt also auf jeden Fall!


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