:: Internet per Kabel als Fiber-Alternative

Fast auf Glasfaser-Niveau zum kleinen Preis ...


Neben reinen Glasfaser-Netzen auf FTTH- und FTTB-Basis, schreiben wir dem Kabelinternet die zweitgrößte Zukunftsperspektive bei den kabelbasierten Breitbandtechniken zu. VDSL ist eher ein Übergang von DSL zu "echtem" Glasfaser. Die Kabelprovider sind schon seit einigen Jahren fleißig dabei, die eigenen Netze startklar für ein neues Web-Zeitalter zu machen. Beim Ausbau der neuen Infrastrukturen kommen übrigens ebenfalls Glasfaserkabel zum Einsatz, gepaart mit Koaxialkabeln. In Kombination mit modernen Datenübertragungsstandards, wie DOCSIC 3.0 & 3.1, können mittelfristig ebenfalls Downloadraten im Gigabitbereich (>1000 MBit) realisiert werden. Tests dazu waren bereits erfolgreich. Auch wenn derartige Werte noch Zukunftsmusik sind – mit einer Kabel-Flatrate kommen Sie heute mindestens an Glasfaser-Niveau heran. Abhängig vom Ausbaustatus und Wohngebiet.


Vorteile und Datenübertragungsraten

Ein Vorteil der Kabelnetze gegenüber DSL war seit jeher folgender: Bestellt ein Kunde DSL oder VDSL, können sowohl Provider als auch der Endkunde nur grob die Datenrate schätzen, die technisch letztendlich auch netto ankommt. Bei Buchung eines 16 MBit-Tarifes heißt noch lange nicht, dass diese auch realistisch bzw. möglich ist. Der Grund liegt darin, dass die Übertragungsrate bei (V)DSL  von vielen Faktoren abhängt, wie der physischen Leitungsqualität, die Zahl der angeschalteten Anschlüsse auf einer Leitung und die Entfernung zum Vermittlungskasten. Dieser Umstand war Anlass für zahlreiche Klagen und für Millionen verstimmter Kunden, die höhere Grundgebühren ohne Leistungszuwachs bezahlten.

Die Kabelprovider hingegen können relativ punktgenau die Datenrate liefern, die der Kunde gebucht hat. Böse Überraschungen mit starken Abweichungen sind also eher selten. Ein weiterer Vorteil, den Kabel bietet – Telefon, TV und Surfen können von einem Anbieter gestellt werden. Dies war lange Zeit einzigartig und eine Domäne der Kabelunternehmen, bis sich 2006 IPTV langsam in Deutschland etablierte. Seither hat z.B. die Deutsche Telekom derartige Kombitarife (Entertain) im Angebot. Man spricht auch von Tripleplay. Der wohl größte Pluspunkt ist aber wahrscheinlich die enorme Leistungsfähigkeit der Netze. Da seit Jahren keine Kosten beim Netzausbau gescheut und Milliarden investiert wurden, können heute Millionen Haushalte teils schon mit über 400 MBit schnell im Internet surfen.

Anwendungen für 100 MBit | Bild: Kabel Deutschland


Wie schon angedeutet, ist die Grenze damit aber bei weitem noch nicht erreicht. Rein technisch bietet das Netz von Kabel Deutschland (nach eigenen Angaben) schon heute Potenzial für mehr als 400 MBit schnelle Internetflatrates. Übrigens - auch die Verfügbarkeit gilt als sehr gut, teils sogar im ländlichen Raum. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.

Anbieter für Kabel Internet

Im Folgenden haben wir noch einmal die wichtigsten Eckdaten der großen drei Kabelanbieter zusammengefasst. Plus Link zum Webauftritt der jeweiligen Unternehmen. Interessanten sollten die aktuellen Aktionen beachten. Fast immer werden attraktive Spar-Vorteile bei Onlinebestellung geboten!

  Kabel Deutschland Unitymedia (+ ehemals Kabel BW)
Ansässig in  13 Bundesländern Hessen, NRW, Baden-Württemberg
Flatratetarife mit bis zu 200 MBit 200 MBit
Verfügbarkeit 100 MBit  ca. 14,6 Mio. HH gut
Verfügbarkeit 200 MBit ca. 4,5 Mio. - im Ausbau gering, aber im Ausbau
angeschl. Haushalte ~ 8,3 Mio 7,1 Mio. 
Tripleplay ja ja
Preis-Leistung sehr gut gut
zum Anbieter » zu Kabel Deutschland » zu Unitymedia
Stand: Juni 2015


Unitymedia stellt zudem im Netz eine interessante Ausbaukarte des eigenen Glasfasernetzes bereit. Neben der Übersicht können Interessenten dort direkt auch die Verfügbarkeit testen.

Neben den genannten Großunternehmen, existieren natürlich noch eine Vielzahl kleinerer, meist lokaler Versorgen. Der Umfang würde allerdings den Rahmen dieses Beitrages sprengen.

Versorgung & Ausbau

Den großen „Kuchen“ des Kabelmarktes teilen sich in Deutschland im Wesentlichen zwei Anbieter. Kabel Deutschland (Vodafone) und Unitymedia  (Liberty Global), zu der seit Ende 2011 auch Kabel BW gehört. Kabel Deutschland ist nach wie vor der größte Anbieter am Markt und versorgt aktuell rund 80 Prozent der Haushalte im Ausbaugebiet in immerhin 13 Bundesländern. Das entspricht rund 8 Mio. Kundenhaushalten. Zurzeit werden Tarife mit bis zu 200 MBit angeboten. Bald schon soll der gesamte Einzugsbereich diese Datenraten nutzen können. In den Bundesländern Baden-Württemberg, NRW und Hessen, ist Unitymedia der größte Kabelprovider. Kabelflatrates werden also in absehbarer Zeit die relevanteste Alternative zu Glasfaseranschlüssen bleiben.

TV & Tripleplay

Einer, der schon genannten Vorteile von Kabel, ist die Vielseitigkeit der Netze. Diese können gleich für drei Dienste genutzt werden. Einerseits für schnelles Internet, für Telefonie und natürlich zur Übertragung von digitalem Kabelfernsehen. Letzteres stellt selbstredend die Kerndisziplin dieser Unternehmen dar. Entsprechend hoch ist auch das Angebot an Sendern, auch in HD. Seit einigen Jahren werden auch Pay-TV (z.B. Sky) und der Zugriff auf eigenen Onlinevideotheken geboten. In puncto HD-Senderzahl und Auswahl in den Onlinevideotheken, können die Kabelprovider allerdings nicht immer mit den IPTV-Anbietern mithalten. Die Preise für die Dreifach-Kombis liegen im Schnitt bei 40-80 Euro, je nach Ausstattung und Zusatzfeatures. Gleiches gilt in etwa für IPTV.


Bild rechts oben: Kabel Deutschland Presse


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