:: LTE als Alternative zu Glasfaser-Internet

Glasfaser-Speed über Funk dank dem 4G-Standard


High-End-Zugänge per VDSL oder FTTH sind in Deutschland leider erst für eine Minderheit verfügbar. Insbesondere FTTH ist im Ausbau sehr kostspielig. Die Deutsche Telekom investierte seit 2011 schon zig Milliarden in die Erweiterung des Glasfasernetzes. Und das bei nicht einmal 30, meist kleineren, Städten. Auch in den kommenden Jahren wird weiter gebaut. Darüber hinaus erweitern noch einige regionale Unternehmen eigene Infrastrukturen. Bis aber mehr als 10 Prozent der Deutschen Zugang zum superschnellen Glasfaser-Internet haben wird, kann es daher noch etliche Jahre dauern. Wir erwarten beim bisherigen Tempo diesen Status nicht vor 2020.

LTE Sendestation auf dem Land


Besonders in dünn besiedelten Regionen, stehen die Chancen noch viel, viel geringer, in den nächsten 5-10 Jahren mit Highspeed-Internet versorgt zu werden. Zumindest nicht mit kabelbasierten Techniken, da die Verlegung viel kostet und bei geringer Nutzerdichte nicht rentabel ist.

Es gibt aber seit Ende 2011 eine verheißungsvolle Alternative, die auch in jenen „Problemregionen“ rasend schnelle Internetzugänge zu fairen Preisen ermöglicht. Ganz ohne Kabel über Mobilfunk. Diese vergleichsweise neue Technik nennt sich LTE, was für „Long Term Evolution“ steht. 50 – 150 MBit lassen sich mit LTE problemlos erzielen. Anfang 2017 war LTE schon für mehr als 67 Mio. Haushalte verfügbar - auch im ländlichen Raum. Das entspricht bundesweit einer Versorgung von ca. 90 Prozent. Spätestens bis Ende 2016 erwarten wir eine nahezu flächendeckende Versorgung auf dem Land. Aber auch in der Stadt spielt LTE zunehmend eine Rolle zur Versorgung mit superfixen, mobilen Internetzugängen für Laptops oder Smartphones. Seit 2015 etabliert sich hier auch das superschnelle LTE-Advanced, welches Downloadraten von unglaublichen 300 MBit im Downstream bietet.

Anbieter für LTE

Lizenzen zum Betrieb von LTE-Mobilfunk haben 2010 die Unternehmen E-Plus, O2, Deutsche Telekom und Vodafone ersteigert. Eingesetzt wird der Funk-Datenturbo einmal für Zuhause als "DSL-Ersatz" oder aber als mobile Variante für Surfsticks und Smartphones. Die Preise schwanken je nach Einsatzzweck, gewünschter Geschwindigkeit, Hardware und Zusatzfunktionen zwischen 10 und 100 € im Monat.

Telekom Vodafone O2
bietet LTE seit April 2011 Oktober 2010 Juli 2011
LTE-Tarife als DSL-Ersatz ja; ab rund 35 € ja, ab rund 25 € nein
diese optional mit Festnetz(-flat) ja, inklusive ja, optional nein
LTE-Tarife für Smartphones ~ seit Juni 2012 seit Ende 2011 ~ seit Juni 2012
LTE-Tarife mobil (z.B. Laptop) ja, seit Anfang 2012 ja, seit 2011 ja, seit 2012
Verfügbarkeit sehr gut sehr gut ganz gut
Erreicht ca. x Mio. Bürger ca. 60 Mio. ca. 58 Mio ca. 50 Mio.
städtische Verfügbarkeit ca. 200 Städte ca. 200 Städte ca. 30 Städte
Preis-Leistungsverhältnis gut gut sehr gut
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zum Anbieter und mehr Infos » zur Telekom » Vodafone » zu O2


Hybrid: LTE meets (V)DSL

Seit 2014 bietet die Deutsche Telekom einen ganz besonderen Internetanschluss. Die neue Hybrid-Technik kombiniert vergleichbar langsame DSL- und VDSL-Zugänge mit schnellem LTE-Funk. Praktisch ein Doppelgespann für maximale Geschwindigkeit – egal ob auf dem Land oder in der Stadt. Ein weiterer Vorteil von Magenta Hybrid ist, dass es keine Datendrosselung gibt, wie bei reinen LTE-Anschlüssen. Man surft also unbegrenzt zum Festpreis. » zu Magenta den Hybrid Tarifen bei der Telekom

Nachteile und Abstriche bei LTE

LTE für Zuhause stellt mitunter sogar die Leistung vieler VDSL-Anschlüsse in den Schatten. Dennoch gibt es zwei kleine Wehrmutstropfen. Da LTE eine Funktechnik ist, sind Störeinflüsse nicht vermeidbar. Es kann also vorkommen, dass Ihr Anschluss heute 40 MBit schnell ist und morgen „nur“ 30 MBit. Oder witterungsbedingt (z.B. Gewitter) kommt es temporär zu Verbindungsstörungen. Ähnliche Effekte kennen einige Leser vielleicht noch vom analogen TV-Fernsehen. Die gute Nachricht: Mit recht einfachen, günstigen Mitteln kann der Empfang meist erheblich verbessert und stabilisiert werden. Dazu reicht die Installation einer externen LTE-Antenne aus.

Long Term Evolution - schnelles Internet auch ohne DSL...

Der zweite Punkt betrifft die Volumenbegrenzung. Die in allen LTE-Tarifen angegeben Datenübertragungsrate gilt nur für ein festgelegtes Datenvolumen von X Gigabyte im Monat. Nach Überschreiten, kann der LTE-Anbieter die Geschwindigkeit für den Rest der Rechnungsperiode stark absenken. Beispiel: Der Tarif „LTE Zuhause 21600 Telefon & Internet“ von Vodafone. Hier stellt der Anbieter dem Kunden bis zu 21,6 MBit/s per LTE zur Verfügung. In diesem konkreten Fall für einen Verbrauch von 15 GB. Danach surft man mit UMTS-Niveau bis zum neuen Rechnungstermin weiter. Wer also einen hohen Bedarf hat, sollte Tarife mit viel Inklusivvolumen bevorzugen. Wir empfehlen 30 GB oder mehr. Eine Außnahme bilden die oben beschriebenen Hybrid-Tarife der Telekom.

Was das soll, wird der eine oder andere jetzt fragen? Nun, die Kapazität eines Sendemastes ist verständlicher Weise begrenzt. Und um wirtschaftlich zu arbeiten, muss eine ländlich gelegene Sendeanlage möglichst viele Kunden rund um die Uhr stabil mit schnellem Internet versorgen können. Ohne die drohende Drosselung, würden einige Nutzer, die den Anschluss über die Maßen beanspruchen (parallel Videos übers Internet sehen, viel downloaden, etc.), alle anderen ausbremsen, die vielleicht nur mal bei Google Maps reinschauen wollen. Diese künstliche Verknappung soll daher sicherstellen, dass alle die Technik im gleichen Rahmen nutzen können. Das Drosselungsverfahren ist bei LTE-Kunden verständlicher Weise alles andere als populär, die Hintergründe aber verständlich. In Zukunft könnte es vielleicht Vergütungsmodelle geben, wo Kunden bei Bedarf mehr Volumen zukaufen können, ohne das die Geschwindigkeit abfällt. Einen vergleichbaren Ansatz gibt es schon für LTE-Handynutzer.

„Normale“ VDSL-, Kabel oder Glasfaserflatrates können in der Regel unbegrenzt genutzt werden. Das heißt, es lassen sich praktisch beliebig viele Daten ohne Geschwindigkeitsdrosselung heruntergeladen. Aber: Was viele nicht wissen, dass in den AGBs vieler Anbieter auch Begrenzungen stehen. Zum Beispiel sehen die VDSL-Tarife von O2 auch eine Drosselung vor bei Überschreitung von z.B. 300 GB im Monat vor. Allerdings muss dies dreimal hintereinander geschehen. Dafür müsste man fast rund um die Uhr downloaden, um ein solch gigantisches Volumen zu erreichen. Fakt ist also: Es gibt die Drosselung theoretisch auch bei kabelgebundenen Internetzugängen und künftig könnten sich weitere Anbieter dem Beispiel anschließen.


LTE gibt es auch für unterwegs. Egal ob am Smartphone oder Laptop. Die LTE-Anbieter bieten auch für mobile Endgeräte entsprechende Tarife. Bis 300 MBit für "die Westentasche" sind dank 4G-Netz prinzipiell kein Problem.


LTE gibt es schon für über Millionen 67 Haushalte als DSL-Ersatz und seit einiger Zeit in über 200 Städten. Diese Karte zeigt, wo es überall schon LTE gibt: zur LTE-Karte


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