Regionale Glasfaser-Anbieter

FTTH-Ausbau durch regionale Unternehmen neben der Dt. Telekom


Momentan gibt es bundesweit nur zwei Netzanbieter, welche auf ein überregionales Glasfasernetz stützen können. Hier ist insbesondere die Deutsche Telekom zu nennen und United Internet, besser bekannt mit der Marke „1&1“. Indirekt sind an dieser Stelle noch die beiden größten Kabelnetzbetreiber erwähnenswert, da diese einen immer größeren Anteil beim Netzausbau ebenfalls mit Glasfaser bewältigen. Ansonsten konzentriert sich der Hauptanteil an Konkurrenzunternehmen  auf regional begrenzte Gebiete.



Um ein wenig Licht in den Ausbau-Dschungel zu bringen, wird im Folgenden ein Überblick über die Alternativen zur Deutschen Telekom gegeben. Da die Anzahl der Gesellschaften auf regionaler und lokaler Ebene sehr groß ist können wir exemplarisch für bestimmte Regionen nur die größten Provider aufzählen. Mitunter gibt es natürlich auch Lokalversorger, die teils nur für Gebiete mit einer dreistelligen Haushaltsabdeckung agieren, wie kommunale Energieversorger.

Der Glasfaserausbau wird von vielen getragen

Da die Investitionskosten in die Milliarden gehen, können sowohl die Deutsche Telekom, als auch die alternativen Netzbetreiber optische Kabel nicht innerhalb weniger Jahre flächendeckend zu sämtlich  Haushalten bringen. Stattdessen entsteht das optische Netz Stück für Stück auf lokaler und regionaler Ebene. Eine weitere Rolle spielen dabei Fördermöglichkeiten auf Bundes- bzw. Landesebene, sowie nach Bereitschaft der Bewohner und angrenzender Gewerbegebiete entsprechende Vorverträge einzugehen. Dies gewährt potenziellen Investoren eine gewisse Sicherheit für die exorbitanten Ausbaukosten.




Aus diesem Grund werden meist regional begrenzte Kooperationspartnerschaften mit Telekommunikationsfernen Unternehmen eingegangen, darunter häufig auch Gesellschaften der öffentlichen Hand, um die Investitionssummen auf mehrere Schultern zu verlagern und um Synergieeffekte bei den Tiefbauarbeiten zu erzielen. In der Regel sind dies die städtischen und kommunalen Energieversorger bzw. ihr privatwirtschaftliches Pendant, denn diese verfügen über eigene Kabelnetze, welche für einen kostengünstigen Ausbau des Glasfasernetzes genutzt werden können. Aber auch Wohnungsgesellschaften werden als Partner umworben, da sie über eine große Anzahl Wohneinheiten verfügen und damit die potentiellen FTTH-Nutzer vertreten. Im Falle einer Zusammenarbeit können dann die Investitionen besser abgesichert und durch eine große Anzahl Neukunden langfristig rentabel gemacht werden.

Aufgrund dieser Kooperationspartnerschaften, die zur Zeit im gesamten Bundesgebiet auf regionaler Ebene eingegangen werden, ist es für Kunden sehr schwierig, die Übersicht zu behalten, denn die branchenfremden Unternehmen sowie neu gegründete Tochtergesellschaften der Kooperationspartner werden zunächst nicht mit Telekommunikation und Internet in Verbindung gebracht. Kunden fällt es daher schwer, zu erkennen, welcher Netzbetreiber nun eigentlich hinter den angebotenen Glasfaserprodukten steht. Daher unser kleiner Überblick!

Glasfaser-Anbieter nach Region und Bundesland:


Bayern & Hessen: M-net baut in weiten Teilen Bayerns, sowie in Ulm das Glasfasernetz aus. Der Oberbürgermeister der bayrischen Landeshauptstadt nannte vor einigen Jahren München sogar eine “Glasfaser-Modellstadt”. Denn allein hier konnte der Netzbetreiber M-Net bereits über die Hälfte der innerstädtischen Gebäude an das Glasfasernetz anschließen. Hinter M-net Telekommunikations GmbH, 1996 gegründet, stehen überwiegend Unternehmen der Energiewirtschaft. In erster Linie sind dies die Stadtwerke von München, Augsburg und Erlangen. In diesen Städten ist das Glasfasernetz bereits gut vorangekommen. Die Ausbauarbeiten erstrecken sich jedoch über diese Städte hinaus auch auf ländliche Regionen (z.B. das Allgäu), zudem ist M-net ist auch in der fränkischen Metropolenregion Nürnberg sowie vielen weiteren Städten und Gemeinden Bayerns aktiv.


In Schweinfurt bietet die "Regionet", eine Tochter der Stadtwerke, ebenfalls Turbo-Internet mit bis zu 200 MBit. Versorgt werden nach Unternehmensangaben aktuell: Die Alte Stadtgärtnerei, Bergl, Deutschhof, Eselshöhe, Hafen, Hainig, Maintal, Musikerviertel und Zeilbaum.

Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen: In Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen stellen NetCologne bzw. NetAachen sowie der Energieriese EWE AG die größten Alternativanbieter zur Deutschen Telekom in Punkto Glasfaser dar. NetCologne hat bereits 2006 mit dem Glasfaserausbau in Köln begonnen und der Großteil der städtischen Bevölkerung ist schon “verglast worden. Mittlerweile steht Hochgeschwindigkeitsnetz für einen Großteil der Bewohner in dieser Region zur Verfügung stehen.

Bild: Netcologne


Für Hannoveraner ist die „htp“ die erste Adresse für schnelles Glasfaser-Internet. Laut Homepage, baut das Unternehmen im Rahmen einer „Glasfaser-Offensive“ Glasfaserinternet in Neubau- und Gewerbegebieten in der Region. Das Netz von htp sorgt für schnelle Flatrates unter anderem im Großraum Hannover, Braunschweig, Hildesheim, Wolfenbüttel und Peine. Momentan stehen Tarife mit bis zu 100 MBit zur Verfügung, was allerdings schließen lässt, dass vornehmlich noch auf VDSL gesetzt wird…

In und um Bielefeld, ist die "BitTel mbH" aktiv. Genauer gesagt liefert das Unternehmen Highspeed-Internet für Haushalte in Gütersloh, Halle/Westfalen, Oerlinghausen, Steinhagen, Verl sowie Werther. Mittlerweile unterhält der City-Carrier über 500 km Glasfaserleitungen und bietet in immer mehr Regionen neben VDSL auch Glasfaser-Internet (FTTB/H). Welche Regionen schon erschlossen sind, verrät diese PDF. Momentan kann die BitTel so Tarife mit bis zu 400 MBit offerieren.

Der Energieversorger EWE betreibt den FTTH-Ausbau in ganz Nordwest-Deutschland bis in die Hamburger Region. Als einer der größten Energiekonzerne, hat das Unternehmen bereits den Wandel vom Energieversorger zum Energie- und Telekommunikationsunternehmen vollzogen und wird in Zukunft unserer Ansicht nach einer der großen Regionalanbieter von FTTH-Anschlüssen sein.

Als ein weiteres Beispiel für einen Anbieter dieser Kategorie, ist die RWE Deutschland AG, welche überwiegend in Teilen NRWs und Niedersachsens sowie in Rheinland-Pfalz und Hessen aktiv ist.

Berlin & Brandenburg: Im Raum Brandenburg sowie der Hauptstadt Berlin, ist die DNS:NET mit einem eigenen Glasfasernetz vertreten. Laut Homepage hat sich das Unternehmen besonders den Breitbandausbau in Regionen der „weißen Flecken“ auf die Fahnen geschrieben. Also jene zahlreichen Zonen, wo bisher kein schnelles Internet verfügbar ist. Neben Internet, Telefonie sowie TV-Paketen, bietet DNS:NET zudem IP-basierte Dienste für Businesskunden. Laut eigenen Angaben ist der Anbieter neben der Telekom der größte alternative VDSL-Anbieter im Bundesland Brandenburg und bereits in über 300 Orten verfügbar.

Sachsen: In Sachsen ist insbesondere die "eins energie" als Regionalprovider für Glasfaser zu nennen. Das Stromunternehmen unterhält in Chemnitz und dem Umland ein modernes Fibernetz. Die Firmenhomepage nennt in diesem Zusammenhang zusätzlich noch Bad Elster und Amtsberg. Die Tarife sind aktuell aber leider nur bis zu 50 MBit schnell.

Saarland: Über die Marke „Schlau.com“, bieten „energis“, die „VSE NET“ sowie die saarländischen Stadtwerkepartner schnelles Glasfaserinternet in über 50 saarländischen Gemeinden. Tendenz steigend. Neben Strom, Gas und Wasser, können so schon zigtausende Haushalte auch Breitbandtarife der Zukunft mit aktuell bis 300 MBit beziehen.



Schleswig-Holstein: Im Südwesten ist vor allem die SWN-Net vertreten, welche weite Teile von Dithmarschen, Steinburg und Neumünster versorgt. Auch der Kreis Segeberg gehört mit dazu. Das Unternehmen offeriert recht preiswerte Tarife mit bis zu 1000 MBit.

Hessen: Einer der wichtigsten Glasfaser-Anbieter in Hessen ist die „Netcom Kassel“. Zu den Ausbauregionen zählt unter anderem Kassel, Hess, Lichtenau, Kaufungen, Hann, Münden, Warburg, Hofgeismar und Grebenstein, Schauenburg, Witzenhausen, Eschwege, Sontra und Ringgau. Aktuell werden Tarife bis 100 MBit angeboten. Zwar dominiert noch VDSL – es wird aber seit einiger Zeit in immer mehr Gemeinden auch FTTH verlegt. In Marburg bieten die Stadtwerke ein zukunftssicheres Glasfasernetz mit Tarifen bis zu 200 MBit.

Nordfriesland / Hamburg: Ein weiterer Lokalbetreiber ist die Lünecom, welche besonders im Raum Hamburg, im Landkreis Lüneburg und den Nordfriesischen Inseln ein Glasfasernetz unterhält. Neben VDSL, werden auch immer mehr Gemeinden (z.B. Ellringen) mit FTTH versorgt samt vorkonfiguriertem FFTH-Router.

Norderstedt / Hamburg: Ebenfalls in Hamburg aktive ist die "wilhelm.tel". Das Unternehmen unterhält ringförmig verlegte Glasfaser-Stadtnetze und versorgte nach eigenen Angaben z.B. Norderstedt flächendeckend. Darüber hinaus ist wilhelm.tel in benachbarten Städten und Gemeinden vertreten. Zum Beispiel in Hasloh, Lentföhrden, Holm und Heist, wo Tarife mit bis zu 250 MBit buchbar sind.

Ein Unternehmen, welches sich langsam auf dem Sprung von einem Regionalprovider zum bundesweit agierenden Netzanbieter befindet, ist die "Deutsche Glasfaser". Auch die ehemaligen Regionalprovider „Bornet“, „Flink“ sowie „unserOrtsnetz“, gehören mittlerweile zu der Gruppe.

Name Region
zum Anbieter
M-Net Bayerns, den Großraum Ulm, LK Main-Kinzig 
Netcologne / Netaachen Raum Köln, Aachen
Deutsche Glasfaser Bayern, NRW, Schlewig-H, Niedersachsen, Meckl-Vorp.
EWE AG Norddeutschland und Teilen NRWs
RWE NRW, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz & Hessen
wilhelm.tel Norderstedt & Hamburg
HTP Hannover
Regionet Schweinfurt
Schlau.com Saarland
SWN Net Schleßwig Holstein
DNS:NET Berlin / Brandenburg
BITel Großraum Bielefeld
NetCom Kassel Hessen (siehe Text)
LüneCom  Nordfriesischen Inseln, Hamburg, LK Lüneburg
Stadtwerke Marburg Großraum Marburg 
EINS Sachsen
Stiegeler  IT Baden-Württemberg

Die Stiegeler IT versorgt in den Landkreisen Freiburg, Breisgau-Hochschwarzwald, Lörrach, Waldshut und Schwarzwald-Baar mehrere tausend Haushalte mit schnellem Glasfaserinternet.


Energieversorger und Modellprojekte der öffentlichen Hand

Der Glasfaserausbau wird von Landesregierungen zum Teil entschieden gefördert. Denn Unternehmen, insbesondere in ländlichen Regionen, klagen über zu langsame Internetverbindungen und benötigen leistungsstärkere Netze. So sorgt beispielsweise die bayrische Breitband-Initiative, getragen von zwei bayrischen Staatsministerien und der bayrischen Industrie- und Handelskammer (IHK), unter anderem für die Realisierung von Modellprojekten in kleineren Städten und Gemeinden. Das wohl hervorstechendste Beispiel ist das Stadtnetz Bamberg. Unterstützt vom Förderprojekt "Modellprojekte für den Breitbandausbau” konnte es bereits mehrere Städte und Gemeinden rund um Bamberg mit FTTH versorgen. Die Stadtnetz Bamberg Gesellschaft für Telekommunikation mbH, ist eine Tochtergesellschaft der Bamberger Stadtwerke, die in ganz Franken aktiv ist.




Kleine Gemeinden als Träger des Netzausbaus

Sasbachwalden soll hier exemplarisch für den kommunalen Ausbau des Glasfasernetzes in Eigenregie stehen. Freilich hat auch die Gemeinde Sasbachwalden, zwischen Baden-Baden und Offenburg gelegen, Fördermittel des Landes erhalten, denn die Ausbaukosten von 3,4 Millionen wären für die 550 Haushalte alleine nicht zu stemmen gewesen. Dennoch steht der Name Sasbachwalden für Eigeninitiative und Kreativität, denn die Glasfaserkabel wurden zur Vermeidung von Tiefbauarbeiten teilweise in Abwasserkanälen, zum Teil auch über Land verlegt. Ohne diesen Schritt hätten die Sasbachwaldener noch lange auf einen der Netzbetreiber warten können.

Langer Weg bis zur flächendeckenden Verfügbarkeit von FTTH

Anhand der Beispiele wird deutlich, dass auch in Zukunft viele kreative Ideen und neue Kooperationsmodelle entstehen werden, bevor Deutschland schließlich auf eine flächendeckende und weitgehend lückenlose Verglasung schauen kann. Bis es so weit ist, hilft unser Internetangebot Ihnen dabei, die Entwicklung in der eigenen Region zeitnah mitverfolgen zu können. Zudem sollten Sie besonderen Aktionen und Frühbuchrabatte nicht zu verpassen.

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