:: Hardware für FTTH

Passende Router/Modems + PC für Glasfaser vorbereiten


Dass für Glasfaserzugänge spezielle Hardware nötig ist, versteht sich sicher von selbst. Schließlich liegen, technisch gesehen, Welten etwa zwischen DSL und FTTH. Je nach Anschlusstyp bzw. Ausbaustandard, sind jedoch Unterschiede zu verzeichnen. Im Folgenden wollen wir zeigen, welche Glasfaser-Router oder Modems jeweils in Frage kommen bzw. von den Anbietern gestellt werden. Außerdem beleuchten wir, was der Einzelhandel sonst zu bieten hat. Ob Ihr PC für Glasfaser überhaupt geeignet bzw. vorbereitet ist, klären wir am Ende dieser Seite.


Die Sache mit dem Anschluss …

Drei verschiedene Ausbauformen und Anschlussarten gibt es, wo mehr oder weniger „Glasfaser“ dahinter steckt. Abhängig davon, benötigen Sie einen bestimmten Routertyp. Die Infobox rechts mit der Überschrift "Unterschied von Glasfaser-Internet zu DSL und VDSL" zeigt eine Grafik, die die Glasfaserausbau-Arten gegenüber stellt. Beim FTTB verlaufen die Glasfaserkabel bis in den Keller Ihres Hauses, wo eine Terminierung der Glasfaserleitungen ins Hausnetz (z.B. per LAN oder Festnetz) erfolgt. Beim herkömmlichen VDSL ist schon am Straßenrand (Kabelverzweiger) Schluss mit der „Verglasung“. In beiden Fällen genügt ein konventioneller, leistungsstarker VDSL-Router, wie etwa die Fritz!Box 7580.

FTTH: Einige Anbieter, wie die Deutsche Telekom, bauen aber auch FTTH-Zugänge aus. Dabei werden die fiberoptischen Kabel direkt bis zur Wohnung des Kunden gezogen, ganz ohne Unterbrechung mit Kupferleitungen. In diesem speziellen Fall wird zunächst ein Glasfaseranschlusspunkt im Keller installiert. Bei der Telekom heißt dieser Anschlusspunkt "OneBox" und wird immer von einem Techniker installiert. Daran erfolgt die Anbindung der Glasfaser-Teilnehmeranschlussdose mit integriertem Optical Network Terminator (Gf-TA/ONT). So eine Art Äquivalent zur alten TAE-Dose mit Glasfaser-Modem. Dieses wandelt dann vor Ort die optischen Signale in elektrische zurück. Übrigens: Das Fiber-Modem wird vom jeweiligen Provider bereitgestellt.



Wer mehrere Endgeräte via LAN oder WLAN ins Internet bringen will, benötigt noch einen herkömmlichen Router, der hinter das Glasfasermodem geschaltet wird. Reine Glasfaserrouter, die Modem und Rountungfunktion vereinen, gibt es nämlich bisher praktisch nicht. Einzige Ausnahme: Die FritzBox 6590, welche aber nur für Aktive Glasfaseranschlüsse (AON) konzipiert ist, welche hierzuande kaum verbaut werden (dafür in Österreich).


Mögliche Router für Glasfaserkunden

Die Erfahrung zeigt: Jeder Glasfaseranbieter stellt seinen Kunden andere Produkte zur Auswahl. Das Prinzip gleicht sich jedoch. Wer ein Heimnetz per LAN oder WLAN einrichten möchte, benötigt hinter dem Glasfasermodem noch einen leistungsstarken Highspeed-Router. Idealer Weise mit mehreren Gigabit LAN-Ports und Support von WLAN nach 802.11ac. Damit können selbst Tarife mit über 500 MBit im ganzen Haus zur Verfügung gestellt werden. Ältere Modelle, welche nur WLAN N oder 100 MBit LAN bieten, eigenen sich nicht und würden als Handbremse wirken. Folgend stellen wir zunächst die zwei besten Router der Telekom für Glasfaseranschlüsse vor und anschließend noch einige Alternativen, die im Fachhandel für alle erhältlich sind.

Telekom: Speedport Smart - ready für Glasfaser!

Wie auch bei DSL- oder VDSL-Tarifen, bietet die Telekom zu den Fiber-Tarifen spezielle, glasfaserfähige Speedport-Router. Einer davon ist der Speedport Smart. Dieser wird dann per LAN-Kabel an den Telekom-Glasfaser-Modem angeschlossen, dass wiederum ggf. mit der Glasfaser-Anschlussdose verbunden ist. Der Router kann online hier auf www.telekom.de gekauft werden. Geben Sie auf der Telekomseite in die Suche einfach "speedport smart" ein. Der Preis beträgt einmalig 159.99 €. Alternativ kann natürlich auch ein anderer Router mit dem Glasfaser-Modem verbunden werden, wie etwa die Fritz!Box 7580 oder 7590 (siehe unten).


Mit dem Speedport Smart bietet die Telekom einen preiswerten Router für VDSL- und Glasfaser basierte Highspeedzugänge. Das Modell ist natürlich für EntertainTV geeignet. Sowohl optisch, als auch rein von den Eckdaten, ähneln er dem Vorgänger W925V sehr. Für Endkunden besonders interessant ist jedoch der Preis. Der Smart-Router kann nämlich auch, für 4.94 Euro monatlich, zum Internetanschluss gemietet werden. Beim Direktkauf fallen alternativ 159.99 Euro an. Hier noch die wichtigsten Funktionen und Features des Speedport Smart.

Eckdaten:

  • Router für Downloadraten bis in den Gigabit-Bereich
  • WLAN mit Unterstützung von 802.11 a/b/g, n und ac auf 2.4 und 5 GHz
  • WLAN-Datenrate bis zu 2100 MBit (!) dank 4x4 MIMO
  • 4 hochleistungs Ethernet-LAN-Anschlüsse mit 1 Gigabit
  • 2 TAE Ports
  • 1 x USB 2.0
  • DECT CAT-iq 2.0 Basisstation für bis zu 5 Speedphones
  • intergierte Firewall
  • Magenta Smart Home fähig


AVM Fritbox 7590

Entgegen dem Trend der letzten Jahre bei AVM, zeigt sich die 7590 erstmals wieder mit einem "liegenden" Designkonzept. Bis zur 7580 dominierte noch die rechteckig, stehende Formsprache. Das Gerät bietet einen Gigabit-WAN-Port zum Schluss des Glasfaser-Modems. Darüber hinaus stellt die Box vier weitere Gigabit-LAN-Ports zur Verfügung. Ein Highlight der 7590 ist ohne Frage das WLAN-Modul, welches dank Multi-User MIMO und 802.11ac Standard bis zu 1700 MBit brutto liefern kann. Bei den Breitbandstandards beherrscht das Gerät erstmals das neue Supervectoring sowie G.fast. DSL und VDSL sind natürlich ebenfalls möglich. Der ideale Router für Glasfaserkunden ist seit 2017 für ca. 300 Euro erhältlich, wie hier bei Amazon.

FritzBox 7590 | Bild: AVM


Das folgende Foto zeigt die Fritz!Box 7580, welche der 7590 eigentlich in kaum etwas nachsteht. Einzig Supervectoring wird noch nicht unterstützt, was für Fiber-Kunden aber nebensächlich ist. Stiftung Warentest hat das Gerät in der Ausgabe 5/2017 sogar als Testsieger in der Kategorie Router (11) gekürt mit der Gesamtnote 1,6. Von den Eckdaten her gibt es keine nennenswerten Unterschiede, wohl aber im Preis. Interessenten können hier gut 50 € gegenüber der 7590 sparen. Hier bei Amazon, haben wir das Modell für rund 250 € entdeckt.

Fritz!Box 4080 für Glasfaser


Mehrfach-User MIMO bei der 4080

Genexis LIVE Titanium

Die „Deutsche Glasfaser“ setzt in ihrem Verbreitungsgebiet bei den Tarifen auf den „Live! Titanium“ von Genexis. Dabei handelt es sich „Residential Geteway“, was laut Hersteller „für alle Arten von FTTH-Netzwerken“ passende Lösungen verspricht. Der „Live! Titanium“ besitzt Routerfunktion mit 4 Gigabit Ports und WLAN nach 802.11 b/g/n. Telefonie gibt’s über zwei Telefonleitungen auf SIP-Basis. Ebenso bietet der Router einen USB 2.0 Port. Das Gerät besticht auch durch sein flaches Design. Die Abmessungen lauten 241x104x58 (HxBxT). IPv6 wird unterstützt. Mehr Eckdaten finden Interessenten hier im Datenblatt (PDF).

Zyxel FSG2200HNU

Von Zyxel haben wir einen waschechten FTTH-Gigabit-Router gefunden, der alle nötigen Voraussetzungen mit sich bringt. Die genaue Bezeichnung lautet FSG2200HNU (3855). Er ist speziell für Bandbreiten weit über 100 MBit ausgelegt (hohe Rechenleistung), bietet 4 Gigabit-Ports, WLAN n mit bis zu 300 MBit/s und den wichtigen Fiber-WAN-Port mit 1 GBit/s. Zudem noch einen SC/APC-Fiber-Anschluss. Ein ausgefeiltes QoS-Management sorgt für stabile Verbindungen aller gängigen Tripeplay-Anwendungen, wie VOIP oder IPTV. Einziger Nachteil: Der Router kostet knapp 400 € und kommt somit wahrscheinlich kaum für Privathaushalte in Frage. Ein ausführliches Datenblatt können Sie hier als PDF herunterladen.


Das war es leider schon. Bisher gibt es in Deutschland nur eine äußerst beschränkte Auswahl. Das liegt daran, dass echtes FTTH noch die absolute Ausnahme ist. In Asien z.B. ist die Palette weit größer

mehr Geräte, welche für Glasfaser-Kunden geeignet sind, finden Sie hier in unserer Komplettübersicht verzeichnet.

Sie haben noch einen Router entdeckt?

Dann immer her damit. Wir freuen uns über Ihre Zuschriften und Tipps!


PC startklar für FTTH / FTTB?

Nicht nur der Router muss für Glasfaser-Internet geeignet sein. Auch Ihr PC, Tablet bzw. Laptop sollte bestimmte Kriterien erfüllen. Ansonsten surfen Sie im schlimmsten Fall mit fest angezogener Handbremse und zahlen für eine Leistung, die gar nicht genutzt werden kann. Glücklicher Weise kosten die meisten Maßnahmen nicht viel. Meist reicht schon der Kauf einer neuen Netzwerkkarte, für 10-20 Euro. So heißt es lange Zeit in den AGB der Telekom für Fiber 100 auch (dem Glasfaser-Tarif mit 100 MBit) „ ...Gigabit-Ethernet Schnittstelle erforderlich“. Die Schnittstelle muss selbstverständlich am Router und am PC vorhanden sein…

Hier eine kurze Checkliste für Ihren PC:

  • Netzwerkkarte oder On-Board-Anschluss (Hauptplatine) ist gigabitfähig
  • es ist demnach mindestens 1 Gigabit-LAN-Port vorhanden und frei
  • wer WLAN nutzen will – Stick und Router müssen WLAN-N (802.11n) unterstützten (bis 300 MBit) | Ideal ist "WLAN-AC" mit bis zu 2500 MBit/s
  • möglichst mindestens Windows 7 oder höher
  • möglichst mindestens CPU mit 2 GHz Dual-Core CPU oder höher
  • möglichst mindestens 4 GB-RAM oder höher
  • möglichst aktuelle Windows-Updates und aktuelle Treiber installiert
  • und natürlich der passende Glasfaser-Router

Dann sollte Ihr System zumindest halbwegs für die hohen Datenraten gerüstet sein. Prinzipiell sollte der Computer aber nicht älter als 5 Jahre sein. Konsultieren Sie am besten noch einmal den Hardwarehändler Ihres Vertrauens, falls Sie sich nicht ganz sicher sind.

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Diese Illustration erläutert detailliert den Unterschied der drei gängigen Breitbandtechniken. Klicken zum Vergrößern!


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