:: Hardware für FTTH

Passende Router/Modems + PC für Glasfaser vorbereiten


Dass für Glasfaserzugänge spezielle Hardware nötig ist, versteht sich sicher von selbst. Schließlich liegen, technisch gesehen, Welten etwa zwischen DSL und FTTH. Je nach Anschlusstyp bzw. Ausbaustandard, sind jedoch Unterschiede zu verzeichnen. Im Folgenden wollen wir zeigen, welche Glasfaser-Router oder Modems jeweils in Frage kommen bzw. von den Anbietern gestellt werden. Außerdem beleuchten wir, was der Einzelhandel sonst zu bieten hat. Ob Ihr PC für Glasfaser überhaupt geeignet bzw. vorbereitet ist, klären wir am Ende dieser Seite.


Die Sache mit dem Anschluss …

Drei verschiedene Ausbauformen und Anschlussarten gibt es, wo mehr oder weniger „Glasfaser“ dahinter steckt. Abhängig davon, benötigen Sie einen bestimmten Routertyp. Die Infobox rechts mit der Überschrift "Unterschied von Glasfaser-Internet zu DSL und VDSL" zeigt eine Grafik, die die Glasfaserausbau-Arten gegenüber stellt. Beim FTTB verlaufen die Glasfaserkabel bis in den Keller des Hauses, wo eine Speisung der Signale ins Hausnetz erfolgt. Beim VDSL ist schon am Straßenrand (Kabelverzweiger) Schluss mit der „Verglasung“. In beiden Fällen genügt ein konventioneller VDSL-Router, wie etwa die Fritz!Box 7490.

FTTH: Die Deutsche Telekom beispielsweise baut in vielen Regionen FTTH-Zugänge aus. Dabei werden die fiberoptischen Kabel direkt bis zur Wohnung des Kunden gezogen, ganz ohne Unterbrechung mit Kupferleitungen. In diesem speziellen Fall benötigen Sie einen Glasfaser-Router. Dieser wandelt dann vor Ort die optischen Signale in elektrische zurück und fungiert darüber hinaus als (WLAN-)Router zur Etablierung des häuslichen privaten Netzwerkes.


Telekom: Speedport W921 Fiber

Wie auch bei DSL- oder VDSL-Tarifen, bietet die Telekom zu den Fiber-Tarifen einen speziellen, glasfaserfähigen Speedport-Router. Dieser wird dann per LAN-Kabel an den Telekom-Glasfaser-Modem angeschlossen, dass wiederum ggf. mit der Glasfaser-Anschlussdose verbunden ist. Der Mietpreis beträgt 4.94 € im Monat. Alternativ kann der "Speedport W921 Fiber" auch gekauft werden. Dafür müssen im T-Shop allerdings knapp 200 € aufgebracht werden. Der Vorteil beim Mieten: Man erhält bei Defekt ein neues Gerät, telefonischen Support bei Hardwareproblemen und kann jederzeit auf ein moderneren Router wechseln, wenn eine neue Version erscheint. Rechnet man den Kauf gegen die Mietvariante kommt man meist zu dem Schluss, dass tatsächlich der Einzelkauf keine Vorteile bringt. Alternativ kann natürlich auch ein anderer Router mit dem Glasfaser-Modem verbunden werden, wie etwa die Fritz!Box 7490 oder 4080 (siehe unten).


Weitere Geräte und Eigenschaften

Telekom: W921V – ready für Glasfaser!



Der W921V ist momentan der Top-Router im Portfolio der Telekom und wird maßgeblich in Verbindung mit den VDSL- und Glasfasertarifen angeboten. Er ist nach eigenen Angaben der Telekom perfekt vorbereitet für den Einsatz am Glasfaser-Anschluss (FTTH).

Eckdaten:
  • Router für Downloadraten bis 200 MBit/s
  • WLAN mit Unterstützung von 802.11 a/b/g und n auf 2.4 und 5 GHz
  • WLAN-Datenrate bis zu 300 MBit
  • 3 Hochleistungs Ethernet-LAN-Anschluss mit 1 Gigabit
  • 2 Anschlüsse für USB 2.0
  • 2 Anschlüsse für analoge Telefonie und IP-Telefonie
  • intergierte Firewall
  • integrierter Mediaserver
  • integrierte NAS-Funktionalität für Datenaustausch und Datensicherung
  • interner ISDN-Anschluss für eines ISDN-Telefons bzw. Telefonanlage


Achtung: Der Router hat keineswegs einen optischen Eingang oder ein Glasfasermodul. Die Angabe ist daher etwas irreführend. Gemeint ist, dass man bei FTTH, wie oben schon angedeutet, ein Glasfaser-Modem vorschalten und den W921V als Router einsetzen kann. Ebenfalls wäre der Einsatz einer „Fiber Optic Bridge“ (FOB) möglich, der das gewandelte Signal in den Ethernetport speist. Vielmehr müsste der korrekte Hinweis eigentlich „ready für FTTH“ lauten. Geeignete Varianten des W921V kennzeichnet die Telekom auf der Verpackung mit dem Aufkleber "Für den Glasfaseranschluss".

Hier in unserem Ratgeber zur Installation, finden Sie eine Skizze zur Einrichtung und Verkabelung des Routers. An die Glasfaser-Anschlussdose kommt demnach zunächst das Glasfaser-Modem (verbunden per Glasfaserkabel). An das Modem wird der Speedport-Fiber per LAN-Kabel konnektiert. Erfolgt die optische Terminierung im Hauskeller, kann der Router dagegen auch ohne Glasfasermodem eingesetzt werden.


AVM Fritbox 7580

Auf der Cebit 2016 wurde der neuste High-End-Router von AVM, der in die Fussstapfen der populären 7490 tritt, abermals präsentiert. Das Gerät bietet einen Gigabit-WAN-Port zum Schluss der Optischen Endeinheit und 4 weitere Gigabit-LAN-Ports. Darüber hinaus unterstützt die 7580 den allerneusten WLAN-Standard „AC“ mit "Wave 2". Dieser bietet, auch dank Multiuser-MIMO Datenraten von bis zu 2500 MBit/s im Heimnetz. Der ideale Router für Glasfaserkunden ist seit Ende 2016 erhältlich.

Fritz!Box 4080 für Glasfaser


Mehrfach-User MIMO bei der 4080

Genexis LIVE Titanium

Die „Deutsche Glasfaser“ setzt in ihrem Verbreitungsgebiet bei den Tarifen auf den „Live! Titanium“ von Genexis. Dabei handelt es sich „Residential Geteway“, was laut Hersteller „für alle Arten von FTTH-Netzwerken“ passende Lösungen verspricht. Der „Live! Titanium“ besitzt Routerfunktion mit 4 Gigabit Ports und WLAN nach 802.11 b/g/n. Telefonie gibt’s über zwei Telefonleitungen auf SIP-Basis. Ebenso bietet der Router einen USB 2.0 Port. Das Gerät besticht auch durch sein flaches Design. Die Abmessungen lauten 241x104x58 (HxBxT). IPv6 wird unterstützt. Mehr Eckdaten finden Interessenten hier im Datenblatt (PDF).

Zyxel FSG2200HNU

Von Zyxel haben wir einen waschechten FTTH-Gigabit-Router gefunden, der alle nötigen Voraussetzungen mit sich bringt. Die genaue Bezeichnung lautet FSG2200HNU (3855). Er ist speziell für Bandbreiten weit über 100 MBit ausgelegt (hohe Rechenleistung), bietet 4 Gigabit-Ports, WLAN n mit bis zu 300 MBit/s und den wichtigen Fiber-WAN-Port mit 1 GBit/s. Zudem noch einen SC/APC-Fiber-Anschluss. Ein ausgefeiltes QoS-Management sorgt für stabile Verbindungen aller gängigen Tripeplay-Anwendungen, wie VOIP oder IPTV. Einziger Nachteil: Der Router kostet knapp 400 € und kommt somit wahrscheinlich kaum für Privathaushalte in Frage. Ein ausführliches Datenblatt können Sie hier als PDF herunterladen.


Das war es leider schon. Bisher gibt es in Deutschland nur eine äußerst beschränkte Auswahl. Das liegt daran, dass echtes FTTH noch die absolute Ausnahme ist. In Asien z.B. ist die Palette weit größer

[...] Mehr Geräte finden Sie hier, sobald neue auf den deutschen Markt kommen. [...]

Sie haben noch einen Router entdeckt?

Dann immer her damit. Wir freuen uns über Ihre Zuschriften und Tipps!


PC startklar für FTTH / FTTB?

Nicht nur der Router muss für Glasfaser-Internet geeignet sein. Auch Ihr PC bzw. Laptop sollte bestimmte Kriterien erfüllen. Ansonsten surfen Sie im schlimmsten Fall mit fest angezogener Handbremse und zahlen für eine Leistung, die gar nicht genutzt werden kann. Glücklicher Weise kosten die meisten Maßnahmen nicht viel. Meist reicht schon der Kauf einer neuen Netzwerkkarte, für 10-20 Euro. So heißt es auch in den AGB der Telekom für Fiber 100, dem Glasfaser-Tarif mit 100 MBit „ ...Gigabit-Ethernet Schnittstelle erforderlich“. Die Schnittstelle muss selbstverständlich am Router und am PC vorhanden sein…

Hier eine kurze Checkliste für Ihren PC:

  • Netzwerkkarte oder On-Board-Anschluss (Hauptplatine) ist gigabitfähig
  • es ist demnach mindestens 1 Gigabit-LAN-Port vorhanden und frei
  • wer WLAN nutzen will – Stick und Router müssen WLAN-N (802.11n) unterstützten (bis 300 MBit) | Ideal ist "WLAN-AC" mit bis zu 1300 MBit/s
  • möglichst mindestens Windows 7 oder höher
  • möglichst mindestens CPU mit 2 GHz Dual-Core CPU oder höher
  • möglichst mindestens 4 GB-RAM oder höher
  • möglichst aktuelle Windows-Updates und aktuelle Treiber installiert
  • und natürlich der passende Glasfaser-Router

Dann sollte Ihr System zumindest halbwegs für die hohen Datenraten gerüstet sein. Prinzipiell sollte der Computer aber nicht älter als 5 Jahre sein. Konsultieren Sie am besten noch einmal den Hardwarehändler Ihres Vertrauens, falls Sie sich nicht ganz sicher sind.

Bild 921V: Telekom Presse


Diese Illustration erläutert detailliert den Unterschied der drei gängigen Breitbandtechniken. Klicken zum Vergrößern!


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