DSL oder Glasfaser
Was ist besser und wo liegen die Unterschiede?

Inhaltsverzeichnis
Den heimischen Internetanschluss kann man heute auf verschiedenen Wegen realisieren. Da wären das allseits bekannte DSL, was noch über die alten Festnetz-Kupferkabel läuft oder eben Glasfaser. Sie können sich nicht entscheiden? Kein Problem! Wir zeigen, was besser ist, wo alle Vor- und Nachteile liegen und was man sonst für den neuen Anschluss wissen sollte.
Internet-Anschluss: Soll ich DSL oder Glasfaser nehmen?
Gute Frage! Tatsächlich ist diese sogar sehr wichtig, wie wir später noch sehen werden. Schauen wir uns zunächst kurz an, worin sich beide Breitbandtechniken grob unterscheiden und was diese auszeichnet.
DSL (eigentlich ADSL) löste bereits vor 38 Jahren analoge DFÜ-Modems und ISDN ab. Zur Datenübertagung wird die Kupfer-Telefonleitung verwendet. Mit DSL können bis zu 16 MBit/s erreicht werden und 2,5 MBit Upload. Was vor 10 - 20 Jahren mehr als ausreichend war, bringt etliche Dienste von heute an ihre Grenzen. Streaming in 4K (Ultra-HD) ist damit zum Beispiel schon nicht mehr möglich.
DSL-Anschlüsse haben, neben der aus heutiger Sicht geringen Performance, auch einen weiteren Nachteil. Je länger die Wegstrecke vom eigenen Haus zum nächsten Verteilerkasten ist, desto weniger Geschwindigkeit kommt auch netto an. 16 MBit sind nämlich die Maximaldatenrate, Stichwort „bis zu“. Nicht selten sind dann über DSL sogar nur 6-12 MBit nutzbar. Die Technik ist also so langsam veraltet und wird sogar bald abgeschaltet bzw. eingestellt. Dazu später mehr! Etwas höhere Leistung verspricht dagegen VDSL. Dank diverser technischer Verbesserungen, wie Supervectoring, sind über solche Anschlüsse bis zu 250 MBit/s möglich.
Die modernste Art der Internetversorgung läuft über Glasfaser, oft auch mit FTTH oder FTTB abgekürzt. Statt Kupferleitungen kommen hier fiberoptische Kabel, also Glasfaseradern zum Einsatz. Diese erlauben eine fast verlustfreie Datenübertagung auch über große Strecken und mit sehr hohen Geschwindigkeiten. Aktuell sind 1000-5000 MBit/s möglich, also um Faktor 62-313 mehr wie über DSL.
- preiswert und sehr hohe Verfügbarkeit (~ 99%)
- günstige Hardware (Router) von vielen Herstellern
- für moderne Anwendungen mit maximal 16 MBit Down und 2 MBit Up oft zu langsam
- nicht mehr zeitgemäß / veraltete Technik
- störungsanfällig
- erreicht meist nicht die max. mögliche Geschwindigkeit
- wird bald eingestellt
Vor- und Nachteile bei Glasfaser:
- gleiche Kosten wie DSL (siehe hier) - nur >300 MBit ist teurer
- sehr modern und zukunftssicher
- erreicht in der Regel die versprochene Datenrate
- extrem schnelle Internetzugänge möglich (bis 5000 MBit/s)
- sehr stabile Verbindung (unabhängig von der Distanz zum Verteiler)
- bessere Klimabilanz (mehr Infos)
- Neuerschließung der eigenen Immobilie = Wertsteigerung
- noch eher geringe Verfügbarkeit (~27.3 %)
- Glasfaser-Router etwas teurer wie für DSL
Wiegt man alle Vorteile und Nachteile ab, ist Glasfaser mittlerweile also deutlich die bessere Wahl.

DSL vs. Glasfaser im Vergleich
Schauen wir uns als nächstes die wichtigsten Gemeinsamkeiten und Unterschiede hinsichtlich Alltagstauglichkeit und Technik an.
| Vergleich der Kriterien | DSL und VDSL | Glasfaser (FTTH) |
|---|---|---|
| Übertragungsmedium | Kupferkabel (Telefonleitung) | Lichtwellenleiter (Glasfaserkabel) |
| maximale Geschwindigkeit | DSL bis 16 MBit/s VDSL bis 250 MBit/s |
1.000 bis 5000 MBit/s und in Zukunft sogar noch mehr |
| Upload-Geschwindigkeit | deutlich langsamer als Download (außer SDSL, ist aber veraltet) |
symmetrisch möglich z. B. 1 GBit/s up/down dank XGS-PON |
| Stabilität | schwankend, abhängig von Leitungslänge | sehr stabil, kaum Störeinflüsse |
| Leitungslänge relevant? | Ja! Je weiter vom Verteiler, desto langsamer |
Nein! Geschwindigkeit bleibt konstant |
| Verfügbarkeit | sehr hoch, fast überall vorhanden | noch nicht flächendeckend verfügbar |
| Latenz | hoch (~ 20-80 Millisekunden) | sehr niedrig (~1-10 ms) ideal für Gaming, Videokonferenzen |
| Zukunftssicherheit | wird bald eingestellt | sehr zukunftssicher |
| Installationsaufwand | gering, da bestehende Leitungen vom Festnetz genutzt werden |
ggf. Tiefbau nötig für Glasfaseranschluss |
| Preis | ca. 25 bis 50 € pro Monat | bei vergleichbaren Datenraten gleich teuer oder sogar billiger |
Wird DSL wirklich bald abgestellt?
Ja, das ist geplant! In einigen Regionen läuft die Umstellung sogar schon seit 2024. Bis 2030 sollen etliche alte DSL-Verträge sukzessive auf Glasfaser umgestellt werden. Das verläuft aber nicht von heut auf morgen und einen endgültigen Zeitplan für eine Zwangsabschaltung gibt es auch noch nicht. Wie das konkret ablaufen soll und was Verbraucher wissen müssen, haben wir für Sie hier in unserem Ratgeber zum DSL-Aus zusammengefasst.
Welche Anbieter bieten Glasfaser, welche DSL?
Im Prinzip bietet heute jeder DSL-Anbieter auch Glasfaser – anders herum ist das allerdings nicht immer der Fall. Bei Vodafone, 1&1, O2 und der Dt. Telekom bekommt man aktuell beide Anschlussarten – natürlich Verfügbarkeit vorausgesetzt. Für eine zeitgemäße Flatrate mit 100 MBit/s und Telefonflat muss man in etwa 40 € einplanen. Welche Glasfaseranbieter es gibt, zeigt hier unsere Übersicht. Welche Tarife diese genau bieten erfahren Sie in unserem unabhängigen Preisvergleich.

Glasfaserausbau auf dem Land geht schleppend voran
Ratgeber: Was soll ich nehmen?
Hier kommt es vor allem darauf an, ob es sich um einen Neuanschluss handelt (noch kein Internet), Sie den Anbieter wechseln möchten oder noch DSL haben …
Unser Rat für DSL-Bestandskunden: Sie haben schon/noch DSL? Dann sollten Sie über einen Wechsel nachdenken. Nur wer das Internet zu Hause nur gelegentlich zum Surfen nutzt und einen sehr preiswerten Altvertrag hat (unter 25 €), kann diesen getrost noch ein paar Jahre nutzen. Ansonsten überwiegen die Vorzüge für einen Wechsel, wie wir gesehen haben, deutlich.
Unser Rat für Neuanschluss: Wer ohnehin gerade eine neue Wohnung/Haus bezieht und vor der Wahl DSL vs. FTTH steht, sollte unbedingt zu Glasfaser greifen, sofern vor Ort schon ausgebaut. Das bessere Preis- / Leistungsverhältnis und die Zukunftssicherheit sprechen deutlich dafür.
Unser Rat für Wechsler: Hier gilt das Gleiche wie beim Neuanschluss.

Folgend unterscheiden wir zudem in einer Vergleichstabelle noch verschiedene Nutzungsszenarien und Nutzertypen.
| Nutzergruppe | DSL (Vorteile/Nachteile) | Glasfaser (Vorteile/Nachteile) |
|---|---|---|
| Einzelnutzer (E-Mail, Surfen) | ausreichend schnell, günstig nicht zukunftssicher |
überdimensioniert, aber zukunftssicher teurer, wenn nur einfacheBasisdienste genutzt werden |
| Familien (Streaming, Homeschooling) | günstig, reicht oft aus bei mehreren Streams/Meetingskann es eng werden |
stabile Verbindung für alle kein Leistungsabfall beiparalleler Nutzung |
| Home-Office / Videokonferenzen | langt bei gutem DSL evtl. aus höhere Latenz, Upload begrenzt |
geringe Latenz, hoher Upload zuverlässiger bei VPN, Cloud |
| Gamer & Live-Streamer | günstiger Einstieg hohe Latenz, Uploadkritisch für Streaming |
geringe Ping-Zeiten, stabil ideal für Live-Streaming |
| IPTV / TV-Streaming | reicht meist noch für HD-Qualität nur 1 Teilnehmer gleichzeitig reicht nicht für Ultra-HD |
genug Leistung selbst fürkünftige 8K oder 16K Streams selbst 5-10 parallele Streamsmöglich |
| technikaffine Nutzer | limitierte Geschwindigkeit,nicht ausbaufähig Lebenszyklus bald zu Ende |
modernste Technik, zukunftssicher volle Leistungspotenziale nutzbar |
| Unternehmen bzw. Selbstständige |
nicht zuverlässig genug fürgrößere Datenmengen. |
skalierbar, zuverlässig,symmetrischer Datentransfer |
Kann man auch beides nutzen?
Technisch gesehen ist das tatsächlich möglich. Man kann zwar nicht zwei DSL- oder Glasfaseranschlüsse gleichzeitig auf einer Leitung betreiben/buchen. Aber da es sich um zwei völlig verschiedene Anbindungen bzw. Leitungen handelt, ist der Parallelbetrieb möglich.
Sinnvoll wäre dieser allerdings keinesfalls, da ja sonst doppelte Kosten entstehen. Wenn mehrere Personen versorgt werden sollen, empfehlen wir stattdessen einen leistungsstarken Glasfaser-Tarif mit wenigstens 300 MBit/s. Das Signal kann dann per LAN, WLAN oder DLAN beliebig auf dutzende Endgeräte verteilt werden. Zudem werden in Regionen mit bestehender Glasfaserversorgung mittelfristig, wie schon erwähnt, alte DSL-Zugänge Stück für Stück zurückgebaut bzw. deaktiviert.
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