Glasfaserdose

Wer benötigt diese und warum?


Wenn man sich mit dem Thema „Internet über Glasfaser“ beschäftigt, wird früher oder später auf einige unbekannte Begriffe stoßen wie die der Glasfaserdose. Was hat es mit dem Teil auf sich und wozu benötige ich diese?

Glasfaser-Anschlussdose

Die meisten Leser werden auf jeden Fall die alten, analogen TAE-Dosen noch kennen, wo man seinen DSL-Router und das Telefon angeschlossen hat. Solche Anschlüsse sind aber seit Jahren immer mehr auf dem Rückzug, denn die Zukunft gehört schnellen Kabel- oder Glasfaserzugängen. In immer mehr Regionen werden sogar alte DSL-Zugänge abgeschaltet und Internetkunden auf Fiber umgestellt. Denn die Tage des alten Kupfernetzes sind bereits gezählt!

Die Glasfaserdose ist zuzusagen das moderne Pendant zur alten Telefondose, nur das hier die Glasfaserleitung ihr Ende findet und die Anbindung zum GF-Modem oder Glasfaserrouter ermöglicht.


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Bezeichnungen:
Die Glasfaserdose wird im Fachjargon übrigens auch als Glasfaser-Teilnehmeranschlussdose (Gf-TA) bezeichnet. Auch GF-TA/OTO (Optical Telecommunications Outlet).



Einfamilienhaus: Im Keller endet die optische Leitung des Glasfaser-Netzanbieter im Hausübergabepunkt (HÜP/APL). Von dort wird eine Glasfaserleitung innerhalb des Hauses bis zur Glasfaser-Teilnehmeranschlussdose (GF-TA/OTO) verlegt. An dieser Dose kann dann der ONT oder ein Glasfaserrouter angeschlossen werden. Den WLAN-Router im Keller zu betreiben ist allerdings nicht zu empfehlen. Denn von hier aus finden die WLAN-Funkwellen nur schwer Verbreitung. Ohne Repeater oder WLAN-Mash wird man dann kaum ein ordentliches Signal überall erhalten.


Alternativ man führt die Glasfaserkabel im Haus zu einem bzw. mehreren Räumen seiner Wahl. Hierfür kommen Leerrohre zum Einsatz, die entweder schon beim Bau verlegt wurden oder müssen nachträglich installiert werden. In Neubauten sind Leerrohre für Glasfaser seit einiger Zeit gesetzlich vorgeschrieben*. In Bestandsbauten müssen diese oft nachträglich installiert werden.


Den Abschluss findet jedes Kabel dann in der Glasfaserdose. Hier steckt der Kunde einfach das passende Ende eines Glasfaseranschlusskabels (LC/APC | SC/APC) hinein und das andere in den GF-Router/Modem.


Wichtig ist aber in der Praxis, dass die Glasfaserdose nicht weiter als 20 Meter vom Hausübergabepunkt (Gf-AP) installiert wird.

Mehrfamilienhaus: In Mehrfamilienhäusern sorgt der Besitzer, in Zusammenarbeit mit dem ausbauenden Netzanbieter, für die Installation.

Hier funktioniert die Anbindung ähnlich. Im Keller wird kann nach dem Gf-AP noch ein Gebäudeverteiler (Gf-GV) geschaltet werden, so dass jede Wohnung mit einem eigenen Kabel angebunden werden kann. Ob so ein Verteiler notwendig ist, hängt von der Bauweise und Verkabelung ab. Es gibt aber noch andere Wege, mehr dazu siehe hier. Jede endet aber an einer wohnungseigenen Glasfaserdose.


Weiterführendes

» Was sind die besten Glasfaser-Router?
» Glasfaser-Router mieten oder doch lieber kaufen?
» Wie hoch sind die Anschlusskosten für mein Haus zur Erschließung?


* seit 2024: DigiNetz-Gesetz – § 145 Abs. 4 und 5 im Telekommunikationsgesetz (TKG)