{"id":6095,"date":"2023-12-12T09:33:09","date_gmt":"2023-12-12T09:33:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.glasfaser-internet.info\/fiber-news\/?p=6095"},"modified":"2023-12-14T09:53:43","modified_gmt":"2023-12-14T09:53:43","slug":"verbaende-aufruf-zu-weniger-gigabitfoerderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.glasfaser-internet.info\/fiber-news\/verbaende-aufruf-zu-weniger-gigabitfoerderung","title":{"rendered":"Verb\u00e4nde: Aufruf zu weniger Gigabitf\u00f6rderung"},"content":{"rendered":"<p>Die Digitalverb\u00e4nde sind sich einig, dass die Bundesregierung die Gigabitf\u00f6rderung \u00fcberdenken muss. Sch\u00e4tzungen zufolge, ist eine Entlastung von sechs Milliarden Euro drin.<!--more--><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.glasfaser-internet.info\/fiber-news\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/glasfaser-baustelle12.webp\" alt=\"Mehr oder weniger Gigabitf\u00f6rderung f\u00fcr Breitbandausbau notwendig?\" title=\"Mehr oder weniger Gigabitf\u00f6rderung f\u00fcr Breitbandausbau notwendig?\"><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die F\u00f6rdersumme der Bundesregierung, welche 2023 bewilligt wurde, bel\u00e4uft sich auf 3,6 Milliarden Euro. Damit lie\u00dfen sich 638.000 neue Anschl\u00fcsse in circa 2.300 Kommunen schaffen. Die Privatfirmen sehen das jedoch anders. Durch die geringen Baukapazit\u00e4ten w\u00fcrden andere Gebiete den K\u00fcrzeren ziehen, obwohl sie bev\u00f6lkerungsreicher sind. Daher appellieren die Digital- und TK-Verb\u00e4nde ANGA, Bitkom, BREKO, BUGLAS sowie VATM an die Bundesregierung, die F\u00f6rderung zwischen 2024 und 2026 auf bis zu einer Milliarde Euro j\u00e4hrlich zu reduzieren. Denn das staatliche Budget w\u00fcrde eine F\u00f6rderung in Milliardenh\u00f6he nicht zulassen.<\/p>\n<h3>Begrenzte Kapazit\u00e4ten: l\u00e4ndlicher Raum<\/h3>\n<p>So halten es die Verb\u00e4nde f\u00fcr eine falsche Annahme, dass die Reduzierung der Gigabitf\u00f6rderung den <a href=\"https:\/\/www.glasfaser-internet.info\/ausbau\/glasfaser-ausbau.html\">Glasfaserausbau<\/a> auf dem Land bremst. Obwohl von 2016 an, \u00fcber 30 Milliarden Euro von staatlicher Seite zur Verf\u00fcgung gestellt worden sind, wurden lediglich 20% der Summe in Ausbauprojekte investiert. Derzeit wird f\u00fcr Projekte eingeplant, deren Investitionsbedarf sich auf \u00fcber 20 Milliarden Euro bel\u00e4uft. Da allerdings die erforderlichen Kapazit\u00e4ten im Tiefbau und in der Planung fehlen, braucht es aktuell keine zus\u00e4tzlichen F\u00f6rderprojekte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In l\u00e4ndlichen Gebieten, wo mithilfe staatlicher F\u00f6rderung ausgebaut wird, springen Privatinvestoren ab und investieren dort, wo es lukrativer ist. Im Schnitt dauert der <a href=\"https:\/\/www.glasfaser-internet.info\/ausbau\/glasfaser-ausbau.html\" data-internallinksmanager029f6b8e52c=\"1\" title=\"alles zum aktuellen Stand des FTTH-Ausbaus\">Glasfaserausbau<\/a> mit staatlichen Mitteln um drei bis f\u00fcnf Jahre l\u00e4nger, als das beim eigenwirtschaftlichen Ausbau der Fall ist.<\/p>\n<h3>F\u00f6rdermittel auf dem Land dringend n\u00f6tig<\/h3>\n<p>Im Kontrast zum Aufruf der Verb\u00e4nde stehen die Erfolgsmeldungen in der Presse. So hat der Bund j\u00fcngst beschlossen, den Breitbandausbau im LK Mittelsachsen zu f\u00f6rdern, indem mehr wie 125 Millionen Euro an F\u00f6rdermittel bereitgestellt werden. Damit sollen bei sechs Projekten 24.000 Geb\u00e4udeanschl\u00fcsse geschaffen werden. Mit der F\u00f6rdersumme l\u00e4sst sich der Landkreis in Sachsen fl\u00e4chendeckend ausbauen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.glasfaser-internet.info\/fiber-news\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/glasfaser-baustelle4.webp\"><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der f\u00fcr den Breitbandausbau des Landkreises zust\u00e4ndige Landrat Dirk Neubauer (parteilos) betonte die Zusammenarbeit im Landkreis: \u201eUnser Schl\u00fcssel zum Erfolg ist, dass wir bei uns im Landkreis an einem Strang ziehen und gemeinsam mit den Kommunen die Voraussetzungen geschaffen haben, dass die F\u00f6rderung genehmigt wird.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich war der FDP-Politiker Philipp Hartewig aus Mittweida erfreut dar\u00fcber, als die staatlichen F\u00f6rdermittel f\u00fcr seine Heimat genehmigt worden sind: \u201eAuch im l\u00e4ndlichen Raum muss \u00fcberall schnelles Internet zur Verf\u00fcgung stehen.\u201c<\/p>\n<h3>F\u00f6rdervolumen v\u00f6llig \u00fcberzeichnet<\/h3>\n<p>Auf Landesebene hat sich herausgestellt, dass die f\u00fcr die Bundesl\u00e4nder festgelegten F\u00f6rdermittel um zum Teil mehrere Hundert Prozent \u00fcberzeichnet sind. So hat Baden-W\u00fcrttemberg 320 Millionen Euro an F\u00f6rdergeldern vom Bund erhalten, allerdings F\u00f6rder-Antr\u00e4ge im Wert von 1,9 Milliarden Euro bewilligt, sprich 500% des staatlichen Budgets draufgezahlt. Laut den Verb\u00e4nden m\u00fcssten sich die Landesregierungen in Baden-W\u00fcrttemberg, Bayern (= 242%), Brandenburg (= 173%), Sachsen (= 170%), Rheinland-Pfalz (= 127%) und Mecklenburg-Vorpommern (= 126%) fragen, wie sie zuk\u00fcnftig die hohe \u00dcberzeichnung aufrechterhalten wollen. Denn die Steuereinnahmen flie\u00dfen nicht immer \u00fcppig.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eigentlich sollten L\u00e4nder und Kommunen lediglich den vom Bund erhaltenen Betrag beisteuern. Bei der staatlichen F\u00f6rdersumme von drei Milliarden Euro betrug die \u00dcberzeichnung aller Bundesl\u00e4nder 124%, was einem Zuschuss auf Landes- und kommunaler Ebene von 3,8 Milliarden Euro entspricht.<\/p>\n<h3>Gegen die Flut an Antr\u00e4gen<\/h3>\n<p>Als positiv betrachten die Verb\u00e4nde das initiierte F\u00f6rderprogramm der Bundesregierung \u201eGigabitf\u00f6rderung 2.0\u201c, welches seit April 2023 existiert. Denn es basiert auf einem Punktesystem, um sicherzustellen, dass die F\u00f6rdermittel nicht verschwendet werden. Jedoch ist eine erneute \u00dcberarbeitung des F\u00f6rderprogramms erforderlich. So h\u00e4tten 2023 40% aller Kommunen in Deutschland ein Markterkundungsverfahren beauftragt und 962 Antr\u00e4ge im Werte von 6,8 Milliarden Euro eingereicht. Lediglich 45% (= 3,6 Milliarden Euro) davon wurden genehmigt, wobei es sich ausschlie\u00dflich um F\u00f6rdermittel auf Bundesebene handelt. Die Gesamtzahl der Antr\u00e4ge h\u00e4tte gar ein F\u00f6rdervolumen von knapp 13 Milliarden Euro in Anspruch genommen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auf Basis dieser Zahlen appellieren die Verb\u00e4nde, eine Vorqualifizierung einzuf\u00fchren. Wenn die Kriterien klar definiert sind, w\u00fcssten die Vertreter der Kommunen, ob der Antrag erfolgversprechend ist. Dadurch lie\u00dfe sich die Flut an Antr\u00e4gen eind\u00e4mmen. Zudem h\u00e4tten die Kommunen mehr Zeit zur Verf\u00fcgung, um sich mit potenziellen Netzbetreibern, die in der Kommune ein Ausbauprojekt durchf\u00fchren k\u00f6nnten, in Verbindung zu setzen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Abgesehen vom Bund, sehen die Verb\u00e4nde die Landesregierungen in der Pflicht, die F\u00f6rderung des Breitbandausbaus zu unterst\u00fctzen. So sei es g\u00e4ngige Praxis, dass sich Privatfirmen um Auftr\u00e4ge bem\u00fchen, die mit F\u00f6rdermitteln finanziert werden. Allerdings machen sie das nur ungern, denn die Konkurrenz w\u00fcrde ebenso auf diese Auftr\u00e4ge hoffen. Aufgrund der Vielzahl an Antr\u00e4gen, welche die Kommunen an den Bund verschicken und keine Hoffnung auf Erfolg versprechen, h\u00e4tten die Privatfirmen sich vergebens um Auftr\u00e4ge bem\u00fcht. In derselben Zeit h\u00e4tte allerdings der privatwirtschaftliche Ausbau bereits abgeschlossen sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>Netzabdeckung in Deutschland \u2013 aktuelle Info<\/h3>\n<p>Mithilfe der staatlichen F\u00f6rderung soll die Gigabitstrategie der Bundesregierung bis sp\u00e4testens 2030 umgesetzt werden. Darin geht es vor allem darum, jedem Haushalt einen echten <a href=\"https:\/\/www.glasfaser-internet.info\/ratgeber\/glasfaser-anschluss.html\" data-internallinksmanager029f6b8e52c=\"2\" title=\"alles \u00fcber Glasfaser-Anschl\u00fcsse erfahren\">Glasfaseranschluss<\/a> zur Verf\u00fcgung zu stellen. Allerdings hinkt Deutschland im europ\u00e4ischen Vergleich hinterher und bewegt sich im Mittelfeld, was die fl\u00e4chendeckende Versorgung mit <a href=\"https:\/\/www.glasfaser-internet.info\">Glasfaser<\/a> angeht. Aktuellen Zahlen zufolge, betr\u00e4gt die durchschnittliche Download-Rate eines Breitbandanschlusses in Deutschland 87,94 Mbit pro Sekunde. Somit schneidet Deutschland schlechter ab wie Slowenien. Spitzenreiter in Europa ist derzeit D\u00e4nemark mit einer durchschnittlichen <a href=\"https:\/\/www.glasfaser-internet.info\/speed\/geschwindigkeit-glasfaser.html\">Geschwindigkeit<\/a> von 206,80 Mbps im Download.<\/p>\n<h3>Hilfreiches zum Beitrag:<\/h3>\n<p>\u00bb <a href=\"https:\/\/www.glasfaser-internet.info\/verfuegbarkeit\/glasfaser-verfuegbarkeit-testen.html\">Karte zur Glasfaser Verf\u00fcgbarkeit<\/a><br \/>\n\u00bb <a href=\"https:\/\/www.glasfaser-internet.info\/anbieter\/glasfaser-anbieter-uebersicht.html\">Glasfaser Anbieter im \u00dcberblick<\/a><\/p>\n<div class=\"quellenews\">\nQuellen: Ookla, S\u00fcddeutsche Zeitung, VATM<br \/>\nBilder im Artikel: &copy; Glasfaser-Internet.info\n<\/div>\n<div style='text-align:center' class='yasr-auto-insert-visitor'><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Digitalverb\u00e4nde sind sich einig, dass die Bundesregierung die Gigabitf\u00f6rderung \u00fcberdenken muss. 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